Stadtohr

Stadtrundgang Meißen · Station 12 von 16

Markt 10

· barock, bürgerhaus, marktplatz, wasserleitung

Ausführlich

Sie stehen vor dem Haus Markt 10, einem barocken Wohnhaus in der Altstadt, das als Kulturdenkmal geschützt ist. Es entstand 1747 als vierstöckiges Barockhaus. Bauherr war Johann Gottfried Böhme, der dafür 1745 drei Grundstücke gekauft hatte. Seine Initialen, J. G. Böhme, finden Sie an der Fassade. Dort sind auch illusionistische Putzspiegel im barocken Stil zu sehen. Das breit proportionierte Tor trägt einen fein gearbeiteten Schlussstein mit den Initialen. Im Inneren zeigen Treppenhaus, Stuckdecken und Dachform charakteristische Gestaltungselemente der Barockzeit. Dazu gehören die eingewölbte Durchfahrt und die Schwarzküche in der Nordwestecke des Erdgeschosses. Vorher stand hier etwas anderes. Die ältesten nachweisbaren Bauwerke stammen vermutlich aus der Zeit der Stadtgründung im 13. Jahrhundert. Auf einer Stadtansicht des 16. Jahrhunderts sieht man dort zwei Giebelhäuser. Auf den ältesten Darstellungen der Stadt, von Hiob Magdeburg 1558 und von 1601, ist die Westseite des Marktes mit Giebelhäusern bebaut. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Stadt beim Schwedeneinfall 1637 schwerer Schaden zugefügt. Das Haus Markt 10 wurde durch Brand zerstört, das Grundstück danach auf 300 Gulden geschätzt. Eine Besonderheit: Schon im 18. Jahrhundert hatte das Grundstück eine eigene Wasserleitung, die Amtsröhrfahrt. Sie leitete Wasser aus dem Meisatal über den Hohlweg und die Burgstraße zum Markt. In den 1970er Jahren wurde das Haus gemeinsam mit den Häusern Markt 8 und 9 renoviert. Es entstanden Wohnungen und Geschäftsräume der Winzergenossenschaft Meißen und der Porzellanmanufaktur. Ein Fassadenumbau des Historismus wurde rückgängig gemacht. Ein schmiedeeiserner Ausleger mit einer goldenen Weintraube, der damals angebracht wurde, hängt heute am Haus Markt 5. Bis in die 1990er Jahre wurde hier gewohnt. Nach mehreren Jahren Leerstand ging das Haus in kirchlichen Besitz über und wurde bis etwa 2015 saniert. Der Anbau der 1970er Jahre wurde abgerissen, anstelle eines klassizistischen Seitenflügels entstand ein moderner Saal. Heute nutzt die St.-Afra-Gemeinde das Haus als Christliche Begegnungsstätte.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Haus Markt 10, einem barocken Wohnhaus in der Altstadt. Es wurde 1747 als vierstöckiges Barockhaus neu erbaut. Bauherr war Johann Gottfried Böhme, dessen Initialen an der Fassade stehen. Heute nutzt die St.-Afra-Gemeinde das Haus als Christliche Begegnungsstätte.

Für Kinder

Du stehst vor einem Haus von 1747. Es ist ein Barockhaus. Der Bauherr hieß Johann Gottfried Böhme, und seine Initialen, J. G. Böhme, stehen an der Fassade. Das Haus davor wurde 1637 im Krieg durch einen Brand zerstört, beim Einfall der Schweden. Und das neue Haus hatte schon im 18. Jahrhundert seine eigene Wasserleitung. Das Wasser kam aus dem Meisatal. Woher kommt das Wasser bei dir zu Hause? Heute ist in dem Haus eine Begegnungsstätte der Kirchengemeinde.

Quellen

Koordinaten: 51.163242, 13.470053 · auf der Karte

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