Sie stehen vor dem Restaurant Vincenz Richter, An der Frauenkirche 12, direkt gegenüber der Nordfassade der Frauenkirche. Das Haus ist eines der wenigen Fachwerkhäuser der Meißner Altstadt. Meister Valentin baute es 1523 im Stil der Renaissance als Zunfthaus der Tuchmacher, und das blieb es über drei Jahrhunderte. 1838 erwarb es der Herbergsvater und Küster der Frauenkirche. Als Schenke bekam es das Branntwein- und Braurecht. Das Türmchen an der Vorderseite stammt von 1921, das Seitengebäude entstand zwischen 1924 und 1926. Das Hofgebäude wurde 1970 von einem anderen Ort hierher versetzt. Dann kam die Familie Richter. Vincenz Anton Richter, 1845 in Aussig geboren, war Gastwirt, Fleischer und Oberst der kaiserlichen Armee. Sein Bruder Emanuel kaufte das Haus 1873 und verpachtete es an ihn. Vincenz Anton übernahm das Braurecht des Zunfthauses und zahlreiche Humpen und Krüge verschiedener Zünfte. Sein gleichnamiger Sohn übernahm die Gaststätte 1903, bekam die Erlaubnis zum Ausschank von Wein und Bier und ließ eine Weinpresse und einen Weinkeller bauen. Vincenz Richter III. betrieb Weinbau mit eigenen Weinbergen. 1928 erweiterte er das Restaurant zur 1000-Jahr-Feier Meißens um einen historischen Weinhof. Der Hof gilt als ältester erhaltener Weinhof Sachsens. Am 4. Juni 1945 erhielten die Richters vom Oberbürgermeister den Bescheid, dass die historischen Waffen in der Weinstube bleiben durften, obwohl alle Bürger ihre Waffen abgeben mussten. Bedingung war, dass die Läufe zugeschweißt oder angebohrt wurden. Das Haus birgt eine umfangreiche Sammlung: Beile aus dem Bauernkrieg, Rüstungen und Hellebarden aus dem Revolutionsjahr 1848, Helme der Meißner Stadtwache. Im Keller liegen Folterwerkzeuge, die das Meißner Gericht zum Einschmelzen geben wollte, als sich die Rechtslage geändert hatte. So enthält der Keller eine der größten Sammlungen von Hand- und Fußschellen Mitteleuropas. Auch das Beil von Friedrich August Kentsch gehört dazu. Er stellte am 17. Juli 1841 die Freiwillige Feuerwehr Meißen auf, die erste deutsche Freiwillige Feuerwehr nach heutigem Verständnis. Gedreht wurde im Restaurant unter anderem für die Serien Siebzehn Augenblicke des Frühlings und Pfarrer Braun. Ende April 2024 schloss das Restaurant aus Altersgründen, ein neuer Betreiber wurde gesucht.
Sie stehen vor dem Restaurant Vincenz Richter, An der Frauenkirche 12, gegenüber der Nordfassade der Frauenkirche. Das Fachwerkhaus wurde 1523 als Zunfthaus der Tuchmacher erbaut. Seine Wirte sammelten Rüstungen, Waffen und Folterwerkzeuge. Ende April 2024 schloss das Restaurant aus Altersgründen.
Du stehst vor einem Fachwerkhaus. Solche Häuser sind in der Meißner Altstadt selten. Es wurde 1523 gebaut, als Zunfthaus der Tuchmacher. Später wurde es ein Gasthaus. Die Wirte sammelten alles Mögliche: Rüstungen, Helme der Stadtwache, Waffen und sogar einen fußballgroßen Meteoriten. Weißt du, was ein Meteorit ist? Im Keller liegen auch Folterwerkzeuge von früher. Im Restaurant wurden sogar Szenen für die Serie Pfarrer Braun gedreht. Was würdest du sammeln?
Koordinaten: 51.162908474, 13.469821279 · auf der Karte