Stadtohr

Stadtrundgang Meißen · Station 13 von 16

Rathaus Meißen

· rathaus, spätgotik, kriegsende, stadtverwaltung

Ausführlich

Sie stehen vor dem Rathaus am Marktplatz. Es ist ein spätgotisches Gebäude und der Hauptsitz der Stadtverwaltung. Neben den Kirchen der Altstadt ist es der einzige bürgerliche Profanbau, der sich im Stadtbild behaupten kann. Gebaut wurde es im Wesentlichen 1472 bis 1480 unter dem Einfluss von Arnold von Westfalen, dem Baumeister der Albrechtsburg. Schauen Sie auf das Dach. Ein steiles Satteldach mit Blendgiebeln an den Schmalseiten und drei gleichmäßigen Zwerchhäusern zur Marktseite schließt das Haus ab. Der Bau ist ein verputzter Bruchsteinbau mit Backsteingiebeln und Sandsteingewänden. Das spitzbogige Hauptportal stammt von um 1470. Darüber sitzt das Stadtwappen, das 1865 von C. P. Krondl in Sandstein geschaffen wurde. Das rechteckige Nebenportal führte früher in die Brotbänke, heute in den Ratskeller. An der Hauptfassade ist eine Sonnenuhr von 1969 angebracht. Der Balkon wurde 1910 angefügt, als der Dresdner Architekt Alexander Hohrath die Fassaden erneuerte. Von diesem Balkon aus wurde am 6. Mai 1945 die Bevölkerung der Stadt von einem hohen Militär zur Flucht aufgefordert. Der Sozialdemokrat Willy Anker rief sie auf zu bleiben, denn jede Flucht sei sinnlos. Ihm wurde die standrechtliche Erschießung angedroht, die aber nicht erfolgte, weil sich die Ereignisse überstürzten. Der Superintendent Herbert Böhme hatte verhindern wollen, dass Meißen in den letzten Kriegstagen zur Festung erklärt wird. Er wurde für seine Einsprüche zum Tode verurteilt, die Rote Armee verhinderte mit ihrem Einmarsch in Dresden am 7. Mai 1945 die Vollstreckung. Eine Tafel im Bürgersteig vor dem Rathaus spricht von mutigen Bürgern, die ihre Stimme zur Rettung der Stadt erhoben haben. Die Namen Böhme und Anker nennt sie nicht. Im Inneren ist der Ratssaal im Hauptgeschoss für seine Entstehungszeit ein ungewöhnlich großer Versammlungsraum. Seine Balkendecke vom Ende des 15. Jahrhunderts ruht auf drei Steinsäulen. Der Dachstuhl ist in fünf Geschosse unterteilt, die als Rüstboden und zur Aufnahme von Getreide und Vorräten vorgesehen waren. Umbauten gab es 1726 und 1865. Nach 1995 begann eine umfassende Instandsetzung, sie wurde vom Elbhochwasser 2002 unterbrochen und erst 2010 abgeschlossen. Der erhöht liegende Marktplatz mit Frauenkirche und Rathaus blieb 2002 vom Hochwasser verschont.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Rathaus am Marktplatz. Das spätgotische Gebäude wurde im Wesentlichen zwischen 1472 und 1480 errichtet, unter dem Einfluss von Arnold von Westfalen. Es ist der Hauptsitz der Stadtverwaltung und der einzige bürgerliche Profanbau, der sich neben den Kirchen behaupten kann.

Für Kinder

Du stehst vor dem Rathaus. Hier arbeitet die Stadtverwaltung. Es wurde zwischen 1472 und 1480 gebaut und hat ein steiles Dach mit drei kleinen Dachhäuschen zum Markt hin. Über der Tür siehst du das Stadtwappen aus Stein. Im Dachstuhl lagerten früher Getreide und Vorräte, auf fünf Stockwerken. Und der Marktplatz liegt etwas höher als die Altstadt. Als die Elbe 2002 die Altstadt überflutete, blieb der Markt trocken. Warum, glaubst du, ist es gut, wenn ein Marktplatz höher liegt?

Quellen

Koordinaten: 51.163506, 13.47048 · auf der Karte

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