Sie stehen vor der St.-Johannis-Kirche in der Johannisbergstraße 1, einem ehemaligen Kirchengebäude. Seit 1999 dient es als Festsaal und Konzerthalle der Stadt, von Januar bis Juni 2014 tagte hier der Landtag von Sachsen-Anhalt. Die Geschichte dieses Ortes ist eine Geschichte von Bränden und Wiederaufbauten. 936 bis 941 wurde hier eine erste Pfarrkirche errichtet. Am 23. April 941 schenkte König Otto I. sie den Mönchen seines Moritzklosters, als Volkskirche bezeichnet. 1015 nannte Thietmar von Merseburg sie Kaufmannskirche. 1170 übereignete Erzbischof Wichmann sie dem Stift Unser Lieben Frauen. 1188 beschädigte sie ein Stadtbrand, beim Stadtfeuer 1207 brannte sie nieder. Der Wiederaufbau begann gleich danach: 1213 waren die unteren Turmgeschosse fertig, 1218 die oberen, 1238 der ganze Bau samt Türmerwohnung. Schon 1239 beschädigte ein neuer Großbrand die Kirche. Am 22. Juli 1451 schlug ein Blitz in den Nordturm. Das Feuer griff auf den Südturm und das Kirchenschiff über, ein Drittel des Schiffs brannte ab. Beim Wiederaufbau 1452 und 1453 entstand statt der Basilika eine dreischiffige Hallenkirche, ohne Zierformen, überwiegend aus Bruchstein. Am 26. Juni 1524 predigte hier Martin Luther. Magdeburg wurde daraufhin protestantisch. Dann das Jahr 1631: Die Stadt wurde am 10. Mai nach altem Kalender eingenommen, am 20. Mai nach dem gregorianischen. Tillys Truppen brachen die Türen der Johanniskirche auf, raubten sie aus und brannten sie nieder. Sie ermordeten Geistliche und Gemeindemitglieder. Pfarrer Andreas Kramer verteidigte den Altar und sich mit einem Evangelienbuch. Ein ehemaliger Schüler Kramers, der auf Seiten der Angreifer kämpfte, griff ein und rettete ihn und weitere Menschen. Das beschädigte Buch wurde als Magdeburger Blutbibel bekannt. 1641 begann die Enttrümmerung. 1643 reisten der Seidensticker Johann Niesing und der Rektor Christian Wellmann weit umher, bis nach Riga und Danzig, um für den Wiederaufbau zu sammeln. Bis 1645 kamen 1311 Taler, 10 Groschen und 3 Pfennig zusammen. Am 25. November 1669 schloss der Baumeister Heinrich Harder die Bauarbeiten ab, am ersten Advent 1670 wurde die neue Kirche geweiht. 1689 bis 1694 baute der Hamburger Orgelbauer Arp Schnitger eine dreimanualige Orgel. Bis 1874 musste der Türmer etwaiges Feuer und die Richtung des Brandes melden, dann wurde er von dieser Pflicht entbunden, der elektrische Feuermelder war eingeführt. 1886 weihte man westlich der Kirche das Lutherdenkmal von Emil Hundrieser ein. 1923 wurde eine hohe Stele für die 438 gefallenen Mitglieder der Gemeinde errichtet, mit 438 Kerben, für jeden tödlichen Schlag in den Stamm der Gemeinde. 1945 folgte die vierte Zerstörung. Beim Reiter, zu dem wir gleich kommen, spielen die zwölf Schläge dieser Kirche eine Rolle.
Sie stehen vor der St.-Johannis-Kirche, Johannisbergstraße 1. Die erste Pfarrkirche an dieser Stelle wurde 936 bis 941 errichtet. Am 26. Juni 1524 predigte hier Martin Luther, danach wurde Magdeburg protestantisch. Seit 1999 dient die Kirche als Festsaal und Konzerthalle der Stadt.
Du stehst vor einer Kirche, die schon sehr alt ist. Schon im Jahr 941 gab es hier eine Kirche. Sie brannte mehrmals ab und wurde immer wieder aufgebaut. Einmal schlug ein Blitz in den Turm. Am 26. Juni 1524 stand hier Martin Luther und predigte. Im Jahr 1631 verteidigte ein Pfarrer namens Andreas Kramer den Altar mit einem Evangelienbuch. Das Buch wurde dabei beschädigt. Man nennt es seitdem die Magdeburger Blutbibel. Und bis 1874 saß im Turm ein Türmer, der Feuer melden musste. Was würdest du melden, wenn du dort oben Rauch siehst?
Koordinaten: 52.130833, 11.641111 · auf der Karte