Stadtohr

Stadtrundgang Magdeburg · Station 8 von 16

Rathaus Magdeburg

1244 · rathaus, stadtgeschichte, glockenspiel, wiederaufbau

Ausführlich

Sie stehen am Alten Markt, vor dem Alten Rathaus. Wenige Meter nördlich steht das Neue Rathaus, beide werden als Rathäuser der Stadt genutzt. Ein Magdeburger Rathaus wird erstmals 1244 erwähnt. Es entstand beim Ausbau der Lager- und Kaufhalle der Kürschnerinnung und sollte als Zeichen der Selbstverwaltung der Stadtbürgerschaft dienen. Von diesem Bau hat nur der Ratskeller alle Zerstörungen überstanden. Er wird bis heute als Restaurant genutzt. 1293 fiel das Rathaus einem Brand zum Opfer und wurde noch im selben Jahr wiedererrichtet. Das neue Gebäude spiegelte die steigende Macht der Stadtbürgerschaft gegenüber dem bisherigen Einfluss des Erzbischofs. Es hatte einen großen Fest- und Versammlungssaal, mehrere Türme und Arkaden im Süden und Norden. 1540 wurde das Rathaus renoviert, zusammen mit dem davor stehenden Roland und dem Magdeburger Reiter. Man baute es aus und hängte im Turm eine Glocke von 16 Zentnern auf. Dann kam das Jahr 1631. Das Rathaus brannte nieder, und mit ihm das Stadtarchiv. Deshalb gibt es heute kaum Unterlagen aus der Zeit davor. Um die Mitte des 17. Jahrhunderts begann der Wiederaufbau, aber es dauerte Jahre, bis sich die zerstörte Stadt erholt hatte. Erst 1713 waren die Arbeiten beendet. 1820 musste der Turm wegen Baufälligkeit abgerissen werden, ein neuer wurde errichtet. Die Verwaltung wuchs: 1889 entstand östlich ein Städtisches Dienstgebäude, und 1905 bis 1907 nördlich das heutige Neue Rathaus. Dort zogen die städtische Sparkasse, die Stadtbibliothek und das Stadtarchiv ein, das Archiv ist noch heute dort. Die Luftangriffe vom 28. September 1944 und 16. Januar 1945 beschädigten das Alte Rathaus schwer, das Neue brannte aus. 1950 begann der Wiederaufbau, das Alte Rathaus wurde weitgehend in seiner historischen Form errichtet, ohne die Um- und Anbauten der Jahrhunderte. Erst 1979 waren die Arbeiten abgeschlossen. Schauen Sie sich die Bronzetür an. Der Bildhauer Heinrich Apel schuf sie, 1970 wurde sie eingebaut. Sie zeigt Szenen aus der Geschichte Magdeburgs. Im linken Bereich der Fassade steht der 2005 errichtete Magdeburger Roland. Und im Turm hängt ein Glockenspiel mit 47 Bronzeglocken, am 28. September 1974 zum 25-jährigen Jubiläum der DDR eingeweiht, das erste seiner Art in der DDR. Es wiegt rund sechs Tonnen, die größte Glocke 975 Kilogramm, die kleinste zehn. Täglich erklingt es zu jeder vollen Stunde von 10 bis 18 Uhr automatisch, freitags um 10 Uhr spielt es ein Carilloneur. Der Ratskeller ist übrigens schon seit 1631 ein Restaurant.

Kurzfassung

Sie stehen am Alten Rathaus am Alten Markt. Ein Magdeburger Rathaus wird erstmals 1244 erwähnt. Von diesem Bau hat nur der Ratskeller alle Zerstörungen überstanden, er ist bis heute ein Restaurant. Das Alte Rathaus wurde nach schweren Schäden ab 1950 wieder aufgebaut.

Für Kinder

Du stehst vor dem Alten Rathaus. Hier hat heute der Oberbürgermeister sein Büro. Das erste Rathaus wird 1244 erwähnt. Es brannte ab, wurde wieder aufgebaut und brannte 1631 erneut nieder. Vom ersten Rathaus hat nur der Keller alles überstanden, der Ratskeller. Er ist heute ein Restaurant. Im Turm hängen 47 Bronzeglocken. Zu jeder vollen Stunde von 10 bis 18 Uhr läuten sie von allein. Die größte wiegt 975 Kilogramm, die kleinste nur zehn. Hörst du sie? Die Bronzetür zeigt Szenen aus Magdeburgs Geschichte.

Quellen

Koordinaten: 52.1314, 11.6398 · auf der Karte

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