Stadtohr

Stadtrundgang Magdeburg · Station 9 von 16

Magdeburger Reiter

um 1240 · skulptur, mittelalter, otto der große, sage

Ausführlich

Sie stehen vor dem Magdeburger Reiter, direkt vor dem Rathaus auf dem Alten Markt. Was Sie sehen, ist eine Kopie. Der Bildhauer Heinrich Apel stellte sie 1966 her, im Jahr 2000 wurde sie vergoldet. Das Original, um 1240 in der jüngeren Magdeburger Werkstatt entstanden, steht im Kaiser-Otto-Saal des Kulturhistorischen Museums. Dorthin kommen wir am Ende des Rundgangs. Es ist ein frühes lebensgroßes rundplastisches Reiterstandbild der mittelalterlichen Skulptur und gehört zu den erstrangigen Werken der europäischen Kunstgeschichte. Schauen Sie ihn an. Der Reiter sitzt aufrecht auf seinem Pferd und pariert es mit der linken Hand, die rechte ist mit einer hoheitsvollen Geste ausgestreckt. Prunkvolle Kleidung und Krone weisen ihn als Herrscher aus. Unter dem Gürtel trägt er ein Wehrgehänge mit Schwert, der Reisemantel ist über der Brust zusammengebunden. Zwei Jungfrauen ergänzen ihn zu einer Figurengruppe. Sie sind nur 1,45 Meter groß, dem Reiter also untergeordnet. Die eine trägt einen Schild, auf dem ursprünglich vermutlich ein Reichsadler aufgemalt war, die andere trug eine Fahnenlanze, die nicht erhalten ist. Das Original besteht aus rund 100 Einzelteilen aus Sandstein. Das ursprüngliche Material im Reiter kommt aus der Region um Bernburg. Bei der Restaurierung bis Ende Oktober 2015 stellte man fest: Der Reiter war ursprünglich bemalt, in Azuritblau, Grün, Rot und Weiß. Vergoldet wurde er erst im 17. Jahrhundert. Wen stellt er dar? Das ist nicht gesichert, auch Anlass und ursprünglicher Aufstellungsort sind unklar. Der Name des Künstlers ist nicht überliefert; man nennt ihn den Reitermeister. Er schuf auch die Statue des heiligen Mauritius im Dom. Für Kaiser Otto I. sprechen der Standort und die Symbole: Reichsadler und Fahnenlanze sind beides Symbole des Kaisers. Da der Reiter vor dem Gerichtsplatz aufgestellt wurde, ist anzunehmen, dass er auch die vom Kaiser verliehene Gerichtshoheit darstellen soll. Für die Bürger war er ein Sinnbild der Freiheit der Stadt, denn Otto galt als Garant der städtischen Selbstständigkeit. Bis zur Kopie von 1966 stand das Original auf dem Alten Markt, zuerst unter einem frühgotischen Baldachin, den 1651 eine barocke Form ersetzte. Im Zweiten Weltkrieg waren die Figuren im Elbebunker gesichert. Und dann die Sagen. In der Neujahrsnacht soll sich der Reiter mitsamt Pferd während der zwölf Schläge der Johanniskirche einmal um seine Achse drehen. Nach einer anderen Sage springt er um Mitternacht vom Sockel, reitet vom Rathaus zur Johanniskirche, über den Fürstenwall zum Dom und vom Domplatz über den Breiten Weg zurück und springt pünktlich um ein Uhr nachts wieder auf den Sockel.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Magdeburger Reiter auf dem Alten Markt, direkt vor dem Rathaus. Das Reiterstandbild entstand um 1240, hier steht eine vergoldete Kopie von 1966. Das Original sehen Sie im Kulturhistorischen Museum. Wen es darstellt, ist nicht gesichert.

Für Kinder

Du stehst vor einem goldenen Reiter. Er sitzt aufrecht auf seinem Pferd und trägt eine Krone. Neben ihm stehen zwei Frauen, die Jungfrauen. Sie sind viel kleiner als er. Was du siehst, ist eine Kopie. Das Original wurde um 1240 gemacht und war ursprünglich bunt bemalt, in Blau, Grün, Rot und Weiß. Wer der Reiter ist, weiß man nicht genau. Vielleicht ist es Kaiser Otto. Und es gibt eine Sage: In der Neujahrsnacht dreht sich der Reiter mit seinem Pferd einmal im Kreis, wenn die Johanniskirche zwölf schlägt. Möchtest du dabei sein?

Quellen

Koordinaten: 52.13151, 11.63936 · auf der Karte

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