Stadtohr

Stadtrundgang Magdeburg · Station 4 von 16

Sterntor

1723 · tor, barock, festung, wiederaufbau

Ausführlich

Sie stehen am Sterntor, an der Nordostecke des Domplatzes. Dieses Tor hat eine lange Reise hinter sich. Das barocke Tor wurde 1723 im Auftrag des Festungsbaumeisters Gerhard Cornelius von Walrave errichtet. Es war neun Meter hoch, sechs Meter breit und 100 Tonnen schwer. Es war das nördliche Eingangstor zum inneren Ring des Forts Berge. Das lag südlich von Magdeburg, etwa südlich der heutigen Hegelstraße, und war ein Fort der Festung. Wegen seines Grundrisses nannte man es auch Sternschanze. Daher stammt der Name des Tores. 1905 wurde das Fort abgerissen, das Tor blieb zunächst am südlichen Ende der Hegelstraße stehen. 1910 trug man auch das Tor ab und lagerte es im Vorgarten des heutigen Kulturhistorischen Museums. Es gab Pläne, es in Berlin wieder zu errichten. 1922 brachte man es deshalb dorthin und lagerte es in einem Keller auf der Museumsinsel ein. Später kam es nach Magdeburg zurück. Unter Oberbürgermeister Fritz-August Wilhelm Markmann wurde es zwischen der Sankt-Nikolai-Kirche und der Dompropstei an der Nordwestecke des Domplatzes wieder aufgebaut. Beim Luftangriff vom 16. Januar 1945 wurde es schwer beschädigt. 1959 baute man es ab, im Zusammenhang mit dem Abriss der Ruinen der Nikolaikirche. Die erhaltenen Teile lagen zuerst auf dem Gelände des Klosters Unser Lieben Frauen, ab 1968 bei der Firma Paul Schuster. 1970 gab es Pläne zur Wiedererrichtung an der Nordwestecke, doch sie wurden nicht umgesetzt. 2004 gründete sich ein Kuratorium für den Wiederaufbau. Als Standort wählte man die Nordostecke, an der Sie stehen: Das Tor schließt hier den Domplatz ab, fügt sich in die barocken Nachbarhäuser, schließt eine Baulücke und nimmt die historische Baulinie wieder auf. Ein Fußweg führt unter ihm hindurch, so ist es wieder als Tor erlebbar. Die Grundsteinlegung war am 17. September 2008. Ein Detail: Das Sterntor stand nie frei, es war die Schmuckverblendung der Festungsmauer. Den Torkörper musste man deshalb neu bauen. Dann setzte man die historischen Sandsteinelemente an, die bei der Firma Schuster eingelagert waren. Fehlendes wurde neu angefertigt. Die Schmuckseite zeigt nach Süden, zum Domplatz. Eine verzierte Rückseite gehörte auch historisch nie dazu. Im Juni 2015 wurde die 500 Kilogramm schwere Kartusche mit preußischem Wappen, Krone und Farnwedeln in das Portal eingefügt. Schauen Sie nach oben: Zuletzt fehlte noch die sechs Meter breite und drei Meter hohe Bekrönung aus Sandstein. Original erhalten sind davon nur zwei große Köpfe. Der Fortgang hängt von Spenden ab. Baumeister Walrave wohnte übrigens etwas weiter westlich, im Haus Domplatz 9.

Kurzfassung

Sie stehen am Sterntor, an der Nordostecke des Domplatzes. Das barocke Tor wurde 1723 im Auftrag des Festungsbaumeisters von Walrave errichtet, damals aber an einem Fort im Süden der Stadt. Nach Umzügen, Lagerung und Kriegsschäden wird es hier seit 2008 wieder aufgebaut.

Für Kinder

Dieses Tor hat viel erlebt. Es wurde 1723 gebaut, ist neun Meter hoch und wiegt 100 Tonnen. Zuerst stand es an einem Fort im Süden der Stadt. Das Fort hatte einen Grundriss wie ein Stern, darum heißt das Tor Sterntor. Dann wurde das Tor abgebaut und reiste bis nach Berlin, in einen Keller. Später kam es zurück nach Magdeburg. Im Krieg wurde es schwer beschädigt, und die Teile lagen viele Jahre im Lager. Seit 2008 baut man es hier wieder auf. Oben fehlte zuletzt noch ein großes Stück, die Bekrönung. Für den Rest braucht man Spenden.

Quellen

Koordinaten: 52.126415, 11.636138 · auf der Karte

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