Sie stehen vor dem Haus Fürstenwallstraße 10, auf der Westseite der Straße. Westlich grenzt das Kloster Unser Lieben Frauen an, und unmittelbar südlich des Hauses steht ein ebenfalls denkmalgeschütztes Hauszeichen. Das Gebäude vor Ihnen ist ein dreieinhalbgeschossiges Verwaltungsgebäude, 1891 als Königliches Eichamt nach Plänen des Königlichen Baurates Fritze errichtet. Schauen Sie die Fassade entlang: ein schlichter Ziegelbau auf einem hohen Sockelgeschoss, sechs Fensterachsen, durch schmale Gesimse gegliedert. In der äußersten linken Achse sitzt ein flacher Eingangsrisalit, der Eingang ist als Rundbogen gestaltet und wird von einem Oberlicht bekrönt. Im Erdgeschoss sind die Fenster Rundbögen, in den oberen Geschossen stehende Rechtecke. Sockel und Fensterrahmen sind aus Sandstein, einem verhältnismäßig teuren Material. Das erklärt man mit der Nutzung durch eine königliche Behörde. Unter dem Satteldach läuft ein zierliches Konsolen-Kranzgesims. Noch heute ist das Gebäude Sitz des Landeseichamts. Und was stand vorher hier? Ein Vorgängerbau, und seine Besitzer lesen sich wie eine Zahlenreihe. 1723 gehörte es der Frau Rat Johanna Charlotte Schartau, geborene Schrader. Sie hatte es vom Maurermeister Rempfert auf dem östlichen Gelände des Baumgartens des Klosters Unser Lieben Frauen errichten lassen. 1750 kaufte es Oberst von Soldner für 2570 Taler. 1756 übernahm es sein Sohn, der Hauptmann der königlichen Leibgarde, und verkaufte es für 4000 Taler an Katharina Charlotte von Lestwitz. 1765 zahlte der Kriminalrat und Regierungsadvokat Glaenzer 6000 Taler. 1780 waren es nur noch 4600 Taler, die der Weinhändler Johann Matthias Rückert zahlte. 1785 ging das Haus für 3500 Taler weiter an Susanne Elisabeth Grotjahn. 1797 wurde der Kaufmann Johann Christian Schütze für 5900 Taler Eigentümer. 1802 erwarb es der Hauptmann Hercules le Blanc-Souville im Wege der Zwangsversteigerung für 7115 Taler, den höchsten Preis der Reihe. Er war der Vater des 1801 geborenen späteren preußischen Generalmajors Eugen von Le Blanc Souville.
Sie stehen vor dem Haus Fürstenwallstraße 10. Der Ziegelbau wurde 1891 als Königliches Eichamt nach Plänen des Baurates Fritze errichtet. Bis heute ist hier das Landeseichamt zu Hause. Westlich grenzt das Kloster Unser Lieben Frauen an.
Dieses Haus ist aus Ziegeln gebaut. Es wurde 1891 errichtet, als Königliches Eichamt, eine Behörde des Königs. Weil hier eine königliche Behörde saß, sind der Sockel und die Fensterrahmen aus teurem Sandstein. Schau dir die Fenster an: Im Erdgeschoss sind sie oben rund, in den Stockwerken darüber sind sie eckig. Findest du auch den Eingang mit dem runden Bogen? Noch heute sitzt in dem Haus das Landeseichamt. Davor stand hier schon ein anderer Bau, der 1723 einer Frau Rat gehörte und danach mehrmals verkauft wurde.
Koordinaten: 52.12711, 11.638798 · auf der Karte