Sie stehen vor dem Schloss Wittenberg, der ehemaligen Residenz der sächsischen Kurfürsten. Bei seiner Fertigstellung 1525 war es eines der prächtigsten befestigten Schlösser der frühen Renaissance in Deutschland. Davon ist wenig geblieben. Der Reihe nach. Eine Burg ist 1187 erstmals urkundlich erwähnt. Um 1340 ließ der askanische Herzog Rudolf I. ein neues Schloss an der heutigen Stelle bauen, und die Burg diente nun als Amtshaus. 1486 wurde Friedrich der Weise Kurfürst. Er ließ anstelle der alten Burg ein Wohnschloss mit reicher Kunstausstattung errichten, die Burg wurde 1489 abgerissen. Gebaut wurde in zwei Etappen. Zuerst entstanden Süd- und Westflügel, der verglaste Rohbau war 1495 fertig. Ab 1496 wurde die Schlosskirche als Nordflügel angefügt, um 1508 waren ihre Wölbarbeiten vollendet. Ab ungefähr 1515 baute man das Vorschloss auf der Ostseite, mit einem sechsgeschossigen Torturm, Stallungen und einem Zeughaus. 1525 war alles weitgehend fertig. Dann der Abstieg. 1547, im Schmalkaldischen Krieg, trug man die Helme der beiden Rundtürme ab, damit Kanonen darauf stehen konnten. Nach der Niederlage des Schmalkaldischen Bundes fiel die Kurwürde an die Albertiner, deren Hauptresidenz Dresden war. Das Schloss verlor an Bedeutung. Im Siebenjährigen Krieg brannten 1760 Schloss und Schlosskirche bis auf die Grundmauern ab. Danach diente das Schloss als Getreidespeicher. 1814 wurde es erneut ein Opfer der Flammen, als verbündete Truppen die in Wittenberg eingeschlossenen Reste französischer Verbände beschossen. 1815 kam die Stadt zu Preußen, das Schloss wurde zur Zitadelle ausgebaut. Man beseitigte Kellergewölbe und Stockwerkseinteilungen, mauerte die Fenster zu und entfernte die künstlerischen Insignien. Das Schloss wurde zur Kaserne. Seit dem Ersten Weltkrieg dient es zivilen Zwecken, als Stadtarchiv, für Wohnungen und als Jugendherberge. Von 1949 bis 2011 war hier das Museum für Natur- und Völkerkunde Julius Riemer untergebracht. Von 2013 bis 2018 wurde das Schloss umfassend saniert. Im Erdgeschoss liegt ein Informations- und Begegnungszentrum für die Schlosskirche, ein neuer Durchgang verbindet beide Häuser. In den oberen Etagen steht die Forschungsbibliothek zur Reformationsgeschichte mit rund 220.000 Büchern, eine der bedeutendsten Sammlungen zu diesem Thema weltweit. Für den Umbau erhielten die Berliner Architekten Bruno, Fioretti und Marquez den Deutschen Architekturpreis 2019.
Sie stehen vor dem Schloss Wittenberg, der ehemaligen Residenz der sächsischen Kurfürsten. Es wurde ab 1489 neu gebaut und war 1525 eines der prächtigsten befestigten Schlösser der frühen Renaissance in Deutschland. Nach Bränden 1760 und 1814 blieb davon nur wenig.
Das Schloss war das Zuhause der Kurfürsten von Sachsen. Kurfürst Friedrich der Weise ließ es ab 1489 ganz neu bauen. Später wurde das Schloss zweimal von Bränden zerstört, 1760 und 1814. Dann war es ein Getreidespeicher und eine Kaserne. Heute ist in den oberen Stockwerken eine riesige Bibliothek mit rund 220.000 Büchern über die Reformation. Was würdest du zuerst in einer Bibliothek mit so vielen Büchern suchen?
Koordinaten: 51.86604444, 12.63762778 · auf der Karte