Stadtohr

Stadtrundgang Lutherstadt Wittenberg · Station 3 von 16

Historische Stadtinformation

1227 · franziskanerkloster, askanier, grablege, ausstellung

Ausführlich

Sie stehen an der Historischen Stadtinformation am Arsenalplatz. Das Haus ist ein ehemaliges Franziskanerkloster, das man durch das Stadthaus betritt. Es erzählt von den Askaniern, der Herrscherdynastie, die Wittenberg zur Residenz ausbaute. Beginnen wir mit dem Kloster. Laut einer erhaltenen Urkunde gründete es 1227 Helena, die Frau Albrechts von Askanien, des ersten Herzogs von Sachsen. Die Mönche waren Franziskaner, das Kloster gehörte zur Franziskanerprovinz Saxonia. Im 13. und 14. Jahrhundert wurde der Komplex ausgebaut, in weiten Teilen schon so, wie er heute erhalten ist. Die Kirche nahm in der damaligen Stadt eine zentrale Stellung ein, vor allem seit die Askanier sie um 1270 zum Ort ihrer Familiengrablege machten. Ein Askanier ging selbst ins Kloster: Johann I. von Sachsen-Lauenburg gab 1282 die Regierung an seine Söhne ab, trat in das Wittenberger Franziskanerkloster ein, wurde dessen Vorsteher und starb dort am 30. Juli 1285. Sein Bruder Albrecht II. gab Wittenberg am 27. Juni 1293 das Stadtrecht. Dann verschob sich das Zentrum der Stadt. Seit dem 15. Jahrhundert wanderte es zum heutigen Alten Markt, und die vergrößerte Stadtkirche lief der Klosterkirche den Rang ab. Ab 1502 diente der Klosterbereich der Universität. Ab 1536 wurde das Gebäude als Kornspeicher genutzt, Conrad Krebs baute die Kirche ab 1537 zum Kornhaus um. Teile verfielen und wurden abgetragen. 1883 wurde es zur Kaserne, 1920 zum Stadthaus. Dann kam 2009 die Überraschung. Man entdeckte die Grablege der Askanier, die Gruft des Kurfürsten Rudolf II. mit seiner Frau und seiner Tochter. Bis dahin war man davon ausgegangen, die Gebeine seien im 16. Jahrhundert umgebettet worden. Die Planungen wurden geändert, und es entstand ein besonderer Erinnerungsort. Achten Sie in der Ausstellung auf den Raum selbst. Durch Überblendtechniken und Projektionen soll der Eindruck einer Kathedrale entstehen. Die Ausstellung ist biografisch aufgebaut und zeigt Originalobjekte und archäologische Funde. An der Ostfassade sitzt eine spätgotische Büstenkonsole aus der Zeit um 1430. Im Oktober 2015 wurde mit diesem Haus das letzte Element des Zentralen Besucherempfangs am Arsenalplatz fertig, zu dem auch das Stadthaus, das Ratsarchiv und die Tourist- und Stadtinformation gehören.

Kurzfassung

Sie stehen an der Historischen Stadtinformation, die in einem ehemaligen Franziskanerkloster untergebracht ist. Helena, die Frau des Herzogs Albrecht, gründete es 1227. Die Ausstellung erzählt von den Askaniern, den Herrschern der Stadt. Betreten wird das Haus durch das Stadthaus.

Für Kinder

In diesem Haus lebten früher Mönche, die Franziskaner. Das Kloster wurde 1227 gegründet. Später wurde es zum Kornspeicher, zur Kaserne und zum Stadthaus. 2009 fand man hier ein Grab: die Gruft eines Kurfürsten mit seiner Frau und seiner Tochter. Die Forscher hatten gedacht, ihre Gebeine seien längst an einen anderen Ort gebracht worden. Heute erzählt hier eine Ausstellung von der Familie der Askanier. Wärst du gern bei dieser Entdeckung dabei gewesen?

Quellen

Koordinaten: 51.866777777, 12.638083333 · auf der Karte

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