Sie stehen am Lübecker Dom. Lübeck wurde 1143 an heutiger Stelle gegründet, war von 1226 bis 1937 ein Stadtstaat und gehörte als Hauptort der Hanse im 13. und 14. Jahrhundert zu den bedeutendsten Städten Nordeuropas. Seit 1987 zählt die Altstadt mit über tausend Kulturdenkmalen zum UNESCO-Welterbe. Dieser Dom ist der Anfang davon, denn er ist der erste große Backsteinkirchbau an der Ostsee. 1173 legte Heinrich der Löwe den Grundstein, als Kathedrale für das Bistum Lübeck. Jetzt zum Inneren, und dafür brauchen Sie nur die Pfeiler anzusehen. 1247 war die romanische Basilika geweiht. Ab 1266 baute man sie zur gotischen Hallenkirche um: Die Seitenschiffe wurden auf etwa die Höhe des Mittelschiffs angehoben, auf rund 21 Meter. Unter Bischof Heinrich dem Zweiten Bochholt entstand der gotische Chor, fertig 1341. Er wandte dafür 28.000 Mark auf und liegt in der Mitte dieses Chores unter einer Grabplatte aus Messing begraben, die dem Erzgießer Hans Apengeter zugeschrieben wird. Den Unterschied der beiden Bauabschnitte erkennt jeder: Der ältere, romanische Teil wird von massiven, rechteckigen Pfeilern getragen, der jüngere gotische Chor von schlankeren, runden Säulen. Seit dem Wiederaufbau markiert eine Glaswand den Übergang. Über dem Hauptschiff hängt das 17 Meter hohe Triumphkreuz von Bernt Notke, gestiftet von Bischof Albert dem Zweiten Krummendiek und 1477 aufgerichtet. Dass es von Notke ist, wurde erst im 20. Jahrhundert geklärt. Nun die Nacht, die auf diesem Rundgang immer wieder vorkommt. In der Nacht zum Palmsonntag, vom 28. auf den 29. März 1942, erlebte Lübeck einen schweren Luftangriff. Zum Ausmaß gibt es zwei Angaben: Eine Quelle zum Dom nennt ein Fünftel der zerstörten Innenstadt, eine Quelle zum Buddenbrookhaus zwei Fünftel der historischen Altstadt. Ich nenne Ihnen beide. Mehrere Bomben schlugen in der Nachbarschaft ein, eine ins östliche Chorgewölbe, was den Hochaltar von 1696 zerstörte. Der Brand des benachbarten Dommuseums griff auf den Dachstuhl über. Gegen Mittag des Palmsonntags stürzten die Turmhelme ab. Die Orgel verbrannte. Gerettet wurden das Triumphkreuz und fast alle mittelalterlichen Flügelaltäre. 1946 brach dann noch der ungesicherte Giebel des nördlichen Querschiffs zusammen und begrub die Vorhalle, das Paradies, unter sich. Der Wiederaufbau dauerte Jahrzehnte, denn die Prioritäten lagen zunächst bei der Marienkirche. Erst die Stiftung Dom zu Lübeck von 1960 schuf die finanziellen Voraussetzungen. 1982 war mit der Rekonstruktion des Paradieses alles abgeschlossen, vierzig Jahre nach der Nacht. Eines ist bis heute nicht gelöst: Aus heutiger Sicht ist der Baugrund für ein so großes und schweres Bauwerk ungeeignet. Zwischen 2024 und 2033 müssen die Türme erneut saniert werden.
Sie stehen am Lübecker Dom, dem ersten großen Backsteinkirchbau an der Ostsee. Heinrich der Löwe legte 1173 den Grundstein, geweiht wurde die Kirche 1247. Mit rund 131 Metern Länge ist sie eine der längsten Backsteinkirchen. Die Türme sind knapp 115 Meter hoch.
Du stehst vor einer Kirche aus roten Ziegelsteinen. Sie ist 131 Meter lang. Das sind etwa drei Schwimmbecken hintereinander. Schau die Pfeiler an. Vorne sind sie viereckig und dick, hinten rund und schlank. So kann man sehen, wo die Bauleute aufgehört und später wieder angefangen haben. Im Krieg, in der Nacht vor Palmsonntag 1942, fielen Bomben auf Lübeck. Der Dom brannte, und mittags stürzten die Turmspitzen herunter. Gerettet wurde ein 17 Meter hohes Holzkreuz. Es hängt heute wieder im Mittelschiff. Findest du es?
Koordinaten: 53.8608, 10.6858 · auf der Karte