Sie stehen vor dem Heiligen-Geist-Hospital am Koberg, einer der ältesten bestehenden Sozialeinrichtungen der Welt. Zu den Daten gibt eine Quelle zwei Angaben, die nicht ganz zusammenpassen: Das Hospital sei im Jahr 1286 vollendet worden, und nach 1360 hätten die Arbeiten zu einer Verlegung des Spitals vom Klingenberg zum Koberg begonnen. Gegründet wurde die Stiftung 1227. Mitbegründer und erster Vorsteher des neuen Hauses war, neben anderen reichen Kaufleuten, Bertram Morneweg, der aus Riga nach Lübeck zurückgekehrt war. Schauen Sie die Dachlinie entlang. Das Zickzack der Giebel und die schlanken Türmchen sind reine Haltung: Sie lassen sich weder besteigen noch sonst praktisch nutzen und stehen aus künstlerischen Gründen dort, als gotisches Stilsymbol. Finanziert wurde das Haus aus Grund und Boden. Dem Hospital gehörten in und um Lübeck viele Ländereien, deren Einkünfte ausreichten, um Arme und Kranke zu versorgen. 1986 beschloss die Lübecker Bürgerschaft, dass die Güter der Stiftung nur noch nach den Grundsätzen des ökologischen Landbaus bewirtschaftet werden. Nun das Leben darin, und das ist der Kern dieser Station. Die Bewohner waren einer klosterähnlichen Regel unterworfen. Sie erhielten Nahrungsmittel, und seit dem 17. Jahrhundert acht Mal im Jahr ein warmes Bad. Acht Mal im Jahr. Während der Reformationszeit wurde das Hospital in ein weltliches Altenheim umgewandelt. Ursprünglich standen die Betten offen in der Halle. Im 18. Jahrhundert dienten der erste und zweite Stock als Hospital, und 1820 baute man hölzerne Kammern, vier Quadratmeter groß, getrennt nach Geschlechtern, in zwei Reihen mit zwei Längsgängen dazwischen. Nach oben sind die Abteilungen offen. Vier Quadratmeter, kein eigenes Dach. An den Türen der Kammern können Sie noch heute Namen und Nummern der damaligen Bewohner sehen. Bewohnt waren sie bis 1970. Gehen Sie hinein, das Haus kann ganzjährig besichtigt werden, und schauen Sie in der Halle nach Norden. Dort hängen zwei großformatige mittelalterliche Wandgemälde, datiert auf etwa 1320 bis 1325. Das westliche zeigt den salomonischen Thron: Über dem von zwölf Löwen umgebenen Thron, auf dem König Salomo sitzt, erhebt sich ein zweiter Thron mit Christus und Maria, die er als Königin an seiner Herrschaft teilhaben lässt. Das östliche zeigt Christus, umgeben von den Symbolen der vier Evangelisten und von kreisförmigen Bildern der Gründer des Hospitals. Die Gründer sind also mit im Bild. Diese Malereien waren jahrhundertelang übermalt und wurden 1866 wiederentdeckt. Der Maler Christian Stolle restaurierte sie nach damaligem Wissensstand mit Ölfarben, was weiteren Schaden anrichtete. Heute ist das Haus in Teilen noch Alten- und Pflegeheim. 2023 drohte dem Altenheim die endgültige Schließung, die abgewendet werden konnte.
Sie stehen vor dem Heiligen-Geist-Hospital am Koberg, einer der ältesten bestehenden Sozialeinrichtungen der Welt. Gegründet wurde es 1227 als Stiftung, vollendet 1286. Bis 1970 waren die hölzernen Kammern im Inneren bewohnt. Heute ist es in Teilen noch Alten- und Pflegeheim.
Dieses Haus ist ein Krankenhaus und Altenheim aus dem Mittelalter, und es gibt es noch. Gegründet wurde es 1227, von reichen Kaufleuten. Geh hinein und schau dir die kleinen Holzkammern an. Jede ist vier Quadratmeter groß, also etwa so groß wie zwei Betten nebeneinander. Oben haben sie keine Decke. Darin wohnten alte Menschen, bis 1970. An den Türen stehen noch ihre Namen und Nummern. Ein warmes Bad gab es früher nur acht Mal im Jahr. Wie oft badest du im Jahr?
Koordinaten: 53.8713, 10.6898 · auf der Karte