Stadtohr

Stadtrundgang Ludwigsburg · Station 9 von 16

Stadtbibliothek Ludwigsburg

1946 · bibliothek, nachkriegszeit, bücherbus, bildung

Ausführlich

Sie stehen vor der Stadtbibliothek Ludwigsburg. Sie war 2021 Bibliothek des Jahres in Baden-Württemberg. Ihre Vorgeschichte ist die einer verlorenen Bibliothek. 1765 gründete Herzog Carl Eugen die erste Bibliothek der Stadt. Nachdem die königliche Residenz in den Folgejahren mehrmals zwischen Ludwigsburg und Stuttgart gewechselt hatte, kam die Bibliothek nach nur elf Jahren nach Stuttgart, als spätere Württembergische Landesbibliothek. In den 1820er- und 1830er-Jahren entstanden neue Bibliotheken, aber nur durch Privatinitiative. Die der Museumsgesellschaft gibt es seit 1823, die der Bürgergesellschaft seit 1832. Sie standen nur den Mitgliedern offen. Die heutige Bibliothek hat ihren Anfang in der Nachkriegszeit. Im Sommer 1945 stellte die Stadt Erwin Ackerknecht als Kulturreferenten an, mit einer fast vierzigjährigen Berufserfahrung als Bibliotheksleiter in Stettin. Er sollte eine Stadtbücherei und eine Volkshochschule einrichten. In einem Aufruf bat er die Bevölkerung um alle entbehrlichen Bücher, ausgenommen Schulbücher. Die Raumsuche war noch schwerer. Am 17. Juni 1946 öffnete die Bibliothek erstmals, in einer 200 Quadratmeter großen Wohnung in der Bahnhofstraße 35, mit etwa zweitausend Bänden. Am 31. März 1947 waren schon 1317 Leser eingeschrieben, und bis 1951 hatte sich der Bestand verfünffacht. Dann kamen die Amerikaner. Im Juni 1950 eröffnete das amerikanische Generalkonsulat in der Reinhardtskaserne eine Bibliothek mit großzügigen Räumen, gebührenfreier Freihandausleihe, Lesesaal und einer Kinder- und Jugendabteilung. Die Stadtbücherei konnte nicht mithalten, die Ausleihzahlen gingen drastisch zurück. Als im Januar 1953 bekannt wurde, dass die Kaserne Ende Februar schließen sollte, überließ das Generalkonsulat der Stadt Gebäude und Inventar. Am 6. Oktober 1953 übergab Ackerknecht die neue Stadtbibliothek an seinen Nachfolger Karl-Heinz Schiller. Erstmals hatten die Nutzer freien Zugang zu den Büchern. Innerhalb eines Jahres stieg die Zahl der Neuanmeldungen um 341 Prozent. Im Dezember 1958 lieferte Deutschlands größter Bücherbus, in Form eines Sattelschleppers, mit rund 3500 Büchern erstmals Medien in die Stadtteile. Und am 15. September 1969 zog die Bücherei in das neue Kulturzentrum. Seit September 2015 hat die Hauptstelle statt 1400 rund 2000 Quadratmeter Publikumsfläche.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Stadtbibliothek Ludwigsburg, 2021 Bibliothek des Jahres in Baden-Württemberg. Die erste Bibliothek der Stadt gründete schon 1765 Herzog Carl Eugen. Die Stadtbücherei öffnete am 17. Juni 1946 mit etwa zweitausend Büchern in einer Wohnung in der Bahnhofstraße.

Für Kinder

Eine Bibliothek, die mit einem Bus zu den Kindern fährt. Diese hier bekam 1958 den größten Bücherbus Deutschlands, einen Bus wie ein Sattelschlepper. Er hatte rund 3500 Bücher dabei und fuhr in die Stadtteile. Angefangen hat die Bibliothek 1946 in einer Wohnung mit ungefähr zweitausend Büchern. Später zog sie in eine alte Kaserne, in der vorher eine amerikanische Bibliothek war. Dort durfte man zum ersten Mal selbst ans Regal gehen und sich Bücher aussuchen. Welches Buch würdest du dir als Erstes nehmen?

Quellen

Koordinaten: 48.8954, 9.19217 · auf der Karte

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