Stadtohr

Stadtrundgang Ludwigsburg · Station 7 von 16

Ludwigsburg Museum

Sammlung seit 1897 · museum, stadtgeschichte, sammlung, idealstadt

Ausführlich

Sie stehen vor dem Ludwigsburg Museum, und seine Geschichte ist eine Geschichte vom Suchen nach Platz. Sie erzählt von einem Sammlungsverein, von feuchten Räumen, von Motten und von einem Salzwerk. Angefangen hat es 1897. In der ersten Satzung des Historischen Vereins Ludwigsburg steht als Hauptziel die Sammlung von Altertümern und wertvollen Kunstgegenständen und deren Aufstellung in geeigneten Räumen. Geeignete Räume waren das Problem. 1899 kamen die Stücke ins Gymnasium am Marktplatz. Die erste Ausstellung fand vom 1. bis zum 9. April 1901 im Ratskeller statt. Sie erregte großes Aufsehen, König Wilhelm II. von Württemberg kam mit seiner Frau und seiner Tochter. Gezeigt wurden unter anderem persönliche Gegenstände von Justinus Kerner, Eduard Mörike und David Friedrich Strauß. Ab 1905 bot der Ruinenbau in den Schlossanlagen Platz, geräumig, aber, wie es heißt, feucht. 1921 folgten Räume im Favorite-Schlösschen, auch dort feucht. 1933 zog man in den Südflügel des Residenzschlosses, doch im Frühjahr 1934 musste man zurück, weil Ämter die Räume beanspruchten. Dazu kamen Verluste und Rettungen. 1932 hatte Prinz Albrecht von Schaumburg-Lippe Möbel aus dem Besitz von Königin Olga geliehen, darunter seltene Boulle-Möbel. Bis auf wenige Stücke überdauerten sie den Zweiten Weltkrieg nicht. Einen Teil der Puppensammlung von Tony Schumacher besaß der Verein seit 1934. Bis 1942 war ein großer Teil der Puppen durch Mottenfraß stark angegriffen, nach dem Krieg schien die Sammlung ganz verschollen. Man fand sie in zwei unbeschrifteten Holzkisten und stellte sie 1994 nach gründlicher Restaurierung wieder aus. Ende 1941 übernahm die Stadt die Sammlung. 1943, aus Angst vor Luftangriffen, brachte man die wertvollsten Teile ins Salzwerk Kochendorf. 1946 wurden sie dort unversehrt geborgen. Ein Depot im Stadion dagegen wurde geplündert. Erst 1958 führte man die verstreuten Bestände in einem von der Stadt gekauften Haus zusammen, und die Sammlung bekam erstmals eine hauptamtliche Leiterin. Von 1978 an war das Städtische Museum im Kulturzentrum am Rathausplatz. Im November 2012 erhielt es den Namen Ludwigsburg Museum, und am 12. Mai 2013, dem internationalen Museumstag, öffnete es in diesem Haus. Drinnen führt eine Galerie rückwärts durch die Stadtgeschichte, von der Gegenwart zur Gründungszeit. Im Raum Guter Fürst geht es um das Schloss und Eberhard Ludwig. Im Raum Idealstadt liegt ein Faksimile des ältesten Stadtplans. Er zeigt noch eine Bastion rund um die Stadt, die wohl geplant, aber nie gebaut wurde.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Ludwigsburg Museum. Es zeigt die Kulturgeschichte der Stadt und ihrer Region: Residenz, Zentrum der Künste, Garnisons- und Industriestandort. Von rund 25000 Gegenständen sind etwa 500 ausgestellt. Das Haus teilt es sich mit der Touristinformation und dem Kunstverein.

Für Kinder

In diesem Museum kannst du die Geschichte der Stadt anschauen. Von mehr als fünfundzwanzigtausend Dingen, die dem Museum gehören, sind etwa fünfhundert zu sehen. Die Sammlung zog oft um: in den Ratskeller, ins Gymnasium, in ein Schlösschen. Im Krieg brachte man die wertvollsten Stücke in ein Salzwerk, damit sie bei Luftangriffen heil bleiben. Und eine Puppensammlung galt als verschwunden, bis man sie in zwei Holzkisten ohne Beschriftung fand. Welches Stück würdest du dir im Museum zuerst ansehen?

Quellen

Koordinaten: 48.8963, 9.1927 · auf der Karte

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