Sie stehen vor der Michaelskapelle, die auf dem ehemaligen Domfriedhof steht. Sie war Friedhofskapelle und Beinhaus, auch Karner genannt. Erbaut wurde sie zwischen 1250 und 1270, einige Zeit nach der Einweihung des Doms 1235. Sie ist dem Erzengel Michael geweiht, der im Christentum als Begleiter der Toten gilt. 1445 wird sie auch als St. Thomas erwähnt. Drei Altäre sind überliefert. Den Hauptaltar stiftete 1280 der Kanoniker Rorich. Um 1325 kam ein Johannesaltar hinzu, ein Geschenk des Ritters Johann von Brunsberg. Dessen Bruder Dielmann stiftete 1331 und 1345 einen Thomasaltar. Als Beinhaus wird die Kapelle erstmals 1359 erwähnt, 1366 heißt sie „neue Kapelle über dem Beinhaus“. Bis ins 19. Jahrhundert diente das Untergeschoss diesem Zweck. 1617 bekam sie ein neues, steileres Dach, unter dem man einen Fruchtspeicher einrichtete. Nach der Säkularisation ging die Kapelle 1835 durch Schenkung von der nassauischen Landesregierung an die Stadt Limburg. 1853 brannte sie, aus unbekannten Gründen, fast vollständig aus. Man setzte ein flaches Satteldach auf. 1857 richtete man im Obergeschoss die Wohnung für den Totengräber ein, und noch 1907 wurde sie als Wohnung genutzt. Heute gehört die Kapelle dem bischöflichen Ordinariat und wird für Pressekonferenzen genutzt. Schauen Sie auf das Gebäude. Es ist ein zweigeschossiger Massivbau aus Bruchstein, ursprünglich verputzt, und steht unmittelbar am Rand des steil zur Lahn abfallenden Domfelsens. Das Untergeschoss liegt auf der ursprünglichen Höhe des Friedhofs, das Obergeschoss etwa auf der heutigen Höhe des Domplatzes. Deshalb wurde das Gelände im 19. Jahrhundert auf der Südseite aufgeschüttet. Den ursprünglichen Eingangsbereich legte man erst Anfang des 21. Jahrhunderts wieder frei und rekonstruierte ihn. Im Untergeschoss liegt ein dreijochiges Kreuzgewölbe mit Rundbögen, ohne Rippen. Beide Geschosse haben gekuppelte Lanzettfenster, spitzbogige Fenster, die paarweise liegen.
Sie stehen vor der Michaelskapelle, zwischen 1250 und 1270 als Friedhofskapelle und Beinhaus gebaut. Sie ist dem Erzengel Michael geweiht, der im Christentum als Begleiter der Toten gilt. Im 19. Jahrhundert wohnte hier der Totengräber. Heute nutzt das Bistum sie für Pressekonferenzen.
Das ist die Michaelskapelle auf dem alten Friedhof. Sie ist dem Erzengel Michael geweiht, der im Christentum als Begleiter der Toten gilt. Im Untergeschoss war ein Beinhaus, ein Haus für die Gebeine der Toten. Später wohnte im Obergeschoss der Totengräber. 1853 brannte die Kapelle fast ganz aus, und niemand weiß, warum. Heute gehört sie dem Bistum und wird für Pressekonferenzen genutzt. Findest du die spitzbogigen Fenster, die immer zu zweit nebeneinander stehen?
Koordinaten: 50.3891, 8.06675 · auf der Karte