Stadtohr

Stadtrundgang Limburg an der Lahn · Station 9 von 16

Kleine Rütsche 4

1290 · fachwerk, stadtbrand, handelsweg, wohnhaus

Ausführlich

Sie stehen vor dem Haus Kleine Rütsche 4, an der Ecke zur Fahrgasse. Es ist ein denkmalgeschütztes Fachwerkhaus aus dem 13. Jahrhundert und eines der ältesten in der Altstadt von Limburg. Erbaut wurde es 1290, ein Jahr nach dem großen Stadtbrand. Schauen Sie an der Fassade hinauf. Das Haus hat drei Geschosse. Ursprünglich war es eine Ständerkonstruktion mit einer hohen Halle im Erdgeschoss. Später zog man in die Halle eine Decke ein und teilte sie so in zwei Geschosse. Das Haus steht auf einem Gewölbekeller aus Bruchstein. Die Fachwerkfassade und das Dach sind schlicht gestaltet. Das Dach erhielt seine beiden Erker erst 1670 bei einem Umbau. Diesen Umbau führten Thomas Trauditz und seine Frau Katharina Hirsch aus. In der Inschrift von 1672 oberhalb der Haustür stehen ihre Namen in der Schreibweise Tomas Graudniz und Katerina Hirsin. 1960 erneuerte man den Dachstuhl und die Wendeltreppe, 1983/84 wurde das Haus saniert und teilweise in den rekonstruierten Zustand des 13. Jahrhunderts versetzt. Noch heute dient es als Wohnhaus. Nun zur Lage. Das Haus bildete zusammen mit den Gebäuden an der Fahrgasse gegenüber die engste Stelle des alten Handelsweges von Köln nach Frankfurt, der zur Via Publica gehörte. Die Maße dieser Stelle waren in Köln bekannt, damit niemand seine Wagen zu breit belud. Kam es doch vor, beluden Limburger den Wagen gegen Bezahlung neu. Eine Erklärung besagt, dass die aus der Altstadt stammenden Einwohner deshalb noch heute „Säcker“ genannt werden. Das passt zur Lage der Stadt: Limburg liegt an einem günstigen Lahnübergang im Verlauf von Handelsstraßen zwischen dem Rheinland und dem Rhein-Main-Raum. Auch der Walderdorffer Hof, an dem Sie vorbeigekommen sind, hat seine Portale zur Fahrgasse.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Haus Kleine Rütsche 4, einem Fachwerkhaus aus dem 13. Jahrhundert und einem der ältesten der Limburger Altstadt. Erbaut wurde es 1290, ein Jahr nach dem großen Stadtbrand. Hier lag die engste Stelle des alten Handelswegs von Köln nach Frankfurt. Noch heute wird das Haus bewohnt.

Für Kinder

Dieses Haus ist eines der ältesten Fachwerkhäuser der Limburger Altstadt. Es wurde 1290 gebaut. Früher war im Erdgeschoss eine hohe Halle, später zog man eine Decke ein, und so wurden daraus zwei Stockwerke. Hier war die engste Stelle der alten Handelsstraße von Köln nach Frankfurt. Die Wagen durften nicht zu breit beladen sein. Wenn doch, beluden Limburger sie gegen Geld neu. Deshalb heißen Menschen aus der Altstadt bis heute „Säcker“, sagt eine Erklärung. Wie breit, glaubst du, durfte ein Wagen sein?

Quellen

Koordinaten: 50.389004, 8.063687 · auf der Karte

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