Stadtohr

Stadtrundgang Landshut · Station 3 von 16

Theklakapelle

1426 · kapelle, spätgotik, barock, wallfahrt

Ausführlich

Sie stehen vor der Theklakapelle, oberhalb der südlichen Altstadt, am Aufstieg zur Burg Trausnitz. Ritter Wilhelm von Fraunhofen, Hofmeister des Herzogs Heinrich des Reichen von Bayern-Landshut, ließ sie 1426 hier errichten. Sie wurde spätgotisch gebaut und hieß Maria Ach, der Jungfrau Maria geweiht. Im Laufe der Zeit entwickelte sich eine Wallfahrt, die erst mit der Säkularisation Anfang des 19. Jahrhunderts zum Erliegen kam. Ab 1754 wurde die Kapelle unter der Leitung des Landshuter Bildhauers Christian Jorhan des Älteren im Barockstil umgestaltet. Dabei erhielt sie das Patrozinium der heiligen Thekla. Ihr Gedenktag ist der 23. September. Dass die Kapelle noch steht, hat einen Grund: Sie blieb bis 1957 im Besitz der Adelsfamilie von Soden-Fraunhofen und entging deshalb dem Abriss bei der Säkularisation. Schauen Sie auf den Bau. Es ist ein einfacher, dreijochiger Saalbau mit einem Chor, der in drei Seiten schließt. Am Chor läuft ein Dachfries, bemalt mit einem Muster, das für die Landshuter Bauhütte typisch ist. Er stammt noch aus der Spätgotik. Der Oberbau des Westturms und die Fenster dagegen sind barock überformt. Im Innern steht im Hochaltar die gotische Marienfigur, die Wilhelm von Fraunhofen gestiftet hatte. Die Figuren des Johannes und der Thekla daneben schuf Jorhan persönlich. Das große Deckenfresko im Langhaus zeigt Szenen aus dem Leben der Thekla, etwa ihre Taufe durch den heiligen Paulus und ein Verhör vor dem Richter, nachdem sie die Ehe mit einem Heiden verweigert hatte. Am Chorbogen hängt eine Wappenkartusche mit der Inschrift C. F. MDCCLIX, das heißt Carl von Fraunhofen, 1759. Und die Orgel: Sie wurde 1759 von dem Landshuter Orgelbauer Johann Schweinacher errichtet. Es ist die älteste noch erhaltene Orgel Landshuts, mit fünf Registern. Den Prospekt entwarf Christian Jorhan. 1975 wurde die Kapelle restauriert. Das neue Gestühl erhielt dabei die Barockwangen aus der abgebrochenen alten Pfarrkirche von Hohenthann.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Theklakapelle am Aufstieg zur Burg Trausnitz. Ritter Wilhelm von Fraunhofen ließ sie 1426 als spätgotische Marienkapelle bauen. Ab 1754 wurde sie barock umgestaltet, seitdem ist sie der heiligen Thekla geweiht. Sie ist eine Nebenkirche der Pfarrei St. Martin.

Für Kinder

Diese kleine Kapelle steht am Weg hinauf zur Burg. Ein Ritter hat sie 1426 bauen lassen, er hieß Wilhelm von Fraunhofen. Zuerst war sie der Jungfrau Maria geweiht, und viele Menschen pilgerten hierher. Später wurde sie barock umgebaut und der heiligen Thekla geweiht. Drinnen ist die älteste noch erhaltene Orgel Landshuts. Sie hat nur fünf Register und wurde 1759 gebaut. Am Dachrand des Chores läuft ein bemaltes Band mit einem Muster. Kannst du es finden?

Quellen

Koordinaten: 48.5312, 12.1502 · auf der Karte

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