Stadtohr

Stadtrundgang Landshut · Station 4 von 16

Burg Trausnitz

1204 · burg, wittelsbacher, herzogsitz, stadtgründung

Ausführlich

Sie stehen vor der Burg Trausnitz. Sie liegt als Höhenburg auf dem Sporn eines Steilhangs, dem Hofberg, über der Altstadt und der Isar, auf über 500 Meter Höhe. Zur Jahreszahl: Wikidata nennt 1204, das Gründungsjahr der heutigen Burg. Ältere Vorgänger gab es aber. Ausgrabungen 2001 und 2002 fanden zwei ältere Befestigungen, die zweite aus dem 9. oder 10. Jahrhundert. Um 1150 wird ein Ort namens Landeshuata erwähnt, mit einem hölzernen Wachturm. Ich nenne die ältere Angabe, und sage dazu, dass es zwei gibt. Landeshuata heißt Hut und Schutz des Landes, und der Name diente später der Stadt. Das genaue Gründungsjahr kennen wir aus den Annalen des Abtes Hermann von Niederaltaich. Dort steht auf Latein: Ludwig, der Herzog Bayerns, begann, Burg und Stadt in Landshut zu bauen. Das war Ludwig der Kelheimer, der seinen Hauptsitz nach Landshut verlegte, nachdem seine Burg Wartenberg abgebrannt war. Ihm folgte sein Sohn Otto II. Um 1227 wurde auf der Burg Elisabeth von Bayern geboren, die spätere Königin des Heiligen Römischen Reiches, Siziliens und Jerusalems. 1235 war die Burg weitgehend fertig, Kaiser Friedrich II. war Gast in Landshut. Die Burg galt als Zentrum der Reichspolitik, Minnesänger wie Tannhäuser und Walther von der Vogelweide waren hier zu Gast. Für die Skulpturen holte man eigens einen Bildhauer aus Straßburg. 1255 teilten die Söhne Ottos II. das Erbe: Landshut und die Trausnitz wurden Residenz Niederbayerns. Im 15. Jahrhundert erweiterten die reichen Herzöge Ludwig IX. und Georg der Reiche die Burg, mit erhöhten Ringmauern, der neuen Dürnitz und Wehrtürmen. Im 16. Jahrhundert wurde die Burg in Trausnitz umbenannt, das Trau dich nicht. Wilhelm V. holte als Erbprinz Musiker, Künstler und Komödianten an den Hof. 1573 ließ er auf der Burg das erste bayerische Hofbräuhaus errichten und bis 1590 Braunbier brauen. Am 22. Juli 1634 belagerten die Schweden die Burg und schossen eine Bresche in die Mauer. Das Tor dort heißt noch heute Schwedentor. Später war die Burg Kaserne, Gefängnis für adelige Gefangene, Lazarett und ab 1831 Cholerahospital. König Ludwig II. ließ sich 1869 bis 1873 im Fürstenbau Räume im Stil der Neorenaissance einrichten. Seine Wandgemälde im Stil des florentinischen Manierismus gingen größtenteils beim Brand von 1961 verloren.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Burg Trausnitz, die oberhalb der Altstadt auf dem Hofberg liegt. Herzog Ludwig der Kelheimer begann sie 1204 zusammen mit der Stadt Landshut. Im 15. Jahrhundert bauten die reichen Herzöge sie aus, im 16. Jahrhundert entstand daraus ein Renaissanceschloss.

Für Kinder

Diese Burg liegt hoch über der Stadt. Schon um 1150 stand hier ein hölzerner Wachturm, der Landeshuata hieß. Das bedeutet Hut und Schutz des Landes. Herzog Ludwig begann 1204, die Burg und die Stadt Landshut zu bauen. Später bekam die Burg den Namen Trausnitz, das heißt Trau dich nicht. 1573 wurde hier das erste bayerische Hofbräuhaus eingerichtet. Im Dreißigjährigen Krieg schossen die Schweden ein Loch in die Mauer. Das Tor dort heißt noch heute Schwedentor. Warum, glaubst du, bauten Herzöge ihre Burg auf einen Berg?

Quellen

Koordinaten: 48.531675138, 12.152121628 · auf der Karte

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