Stadtohr

Stadtrundgang Landshut · Station 7 von 16

St. Ignatius

1641 · jesuitenkirche, barock, neustadt, sanierung

Ausführlich

Sie stehen vor der Jesuitenkirche St. Ignatius am oberen Ende der Neustadt. Sie bildet den Abschluss der Neustadt zum Hofberg hin. Zur Jahreszahl: Wikidata nennt 1641, das Jahr, in dem die Einwölbung des Langhauses fertig wurde. Älter ist die Grundsteinlegung am 31. Juli 1631. Ich nenne die ältere Angabe, und sage dazu, dass es zwei gibt. Am Anfang stand eine Stiftung. Die Gräfin Magdalena von Haunsperg vermachte 1627 und 1628 der oberdeutschen Provinz der Jesuiten 56.000 Gulden für ein Kolleg in Bayern. Herzog Maximilian I. entschied sich für Landshut. Ab 1628 kaufte man mehrere Häuser am südlichen Ende der Neustadt auf. Als Baumeister gilt der Jesuitenfrater Johannes Holl, 1595 bis 1648, aus der Mark Brandenburg. Die Landshuter Kirche ist sein Hauptwerk. Der Anfang war schwierig. Es gab Schwierigkeiten mit den Grundfesten, dazu 1632 und 1634 Repressalien durch die Schweden. Erst nachdem man 1637 einen Rost aus Erlenstämmen als Gründung gefertigt hatte, ging es voran. Am 25. November 1640 wurde die Kirche geweiht, obwohl sich die Einwölbung des Langhauses noch bis zum Sommer 1641 hinzog. Den Stuck im Langhaus schuf 1640 und 1641 Matthias Schmuzer aus Wessobrunn. Schauen Sie hinauf: Einen Turm gibt es nicht. Er konnte wegen Geldmangels nicht mehr gebaut werden, nur die Grundmauern erinnern an das Vorhaben. Zwischen 1690 und 1695 baute man ein Attika-Geschoss mit Glockenstuhl und Uhr zur Neustadt hin. 1697 war mit dem zweiten Geschoss der Doppelempore alles abgeschlossen. Die Kirche ist ungewöhnlich, denn sie ist nach Westen ausgerichtet. Sie ist einschiffig mit Seitenkapellen, und ihre Nordfassade zur Neustadt hin ist die Schauseite. Das einzige Portal sitzt direkt unter der Uhr, mit dem Emblem des Jesuitenordens. Der Innenboden liegt rund 1,5 Meter über dem Erdboden, man betritt die Kirche über eine Treppe. Der Dachstuhl blieb lange ein Provisorium, erst 1970 wurde er fertiggestellt. Dann die Schäden: 2004 und 2007 stellte man fest, dass sich das Fundament setzt. Die Ursache: Das Grundwasser war im 20. Jahrhundert wegen der Kanalisierung der Isar abgesunken, und die Erlenholzpfähle waren verfault. Ähnliches war bei mehreren Kirchen in Landshut passiert, auch bei St. Martin. 2009 genehmigte das Ordinariat neun Millionen Euro, 2015 war die Kirche gesichert. Die Innenraumrenovierung kostete weitere 4,6 Millionen. Im Juni 2026 wurde St. Ignatius nach 18 Jahren Renovierung wiedereröffnet.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Jesuitenkirche St. Ignatius, am oberen Ende der Neustadt. Die Grundsteinlegung war am 31. Juli 1631, geweiht wurde sie am 25. November 1640. Die Kirche hat keinen Turm und ist nach Westen ausgerichtet. Im Juni 2026 wurde sie nach 18 Jahren Renovierung wiedereröffnet.

Für Kinder

Diese Kirche hat keinen Turm. Man wollte einen bauen, aber das Geld reichte nicht. Nur die Grundmauern sind übrig. Gebaut hat die Kirche der Jesuitenfrater Johannes Holl. Er kam aus der Mark Brandenburg. Am 31. Juli 1631 wurde der Grundstein gelegt. Mit dem Fundament gab es am Anfang Schwierigkeiten. Erst ein Rost aus Erlenstämmen als Gründung half. Später sank das Grundwasser, die Pfähle verfaulten, und die Kirche musste lange saniert werden. Im Juni 2026 wurde sie wieder geöffnet. Kannst du erkennen, dass die Kirche keinen Turm hat?

Quellen

Koordinaten: 48.533440666, 12.153110121 · auf der Karte

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