Sie stehen vor dem ehemaligen Ursulinenkloster Sankt Joseph in der Neustadt. Die Geschichte dieses Hauses ist eine Geschichte der Mädchenbildung. Kurfürst Ferdinand Maria gründete es 1668. Eine solche Schule hatte zuvor im oberschwäbischen Meßkirch Anklang gefunden, wo 1660 eine Niederlassung des Ursulinenordens gegründet worden war. Wegen der beengten Räume mussten Kloster und Schule dort aber bald wieder aufgegeben werden, und man siedelte nach Landshut über. Die Ursulinen zogen in das ehemalige Palais des Landschaftspräsidenten an der Oberen Länd. Weitere Ordensschwestern kamen aus Lüttich und Dinant. Zweck war es, in einer öffentlichen Schule Mädchen in guten Sitten, Tugenden und anderen Wissenschaften zu unterrichten. Am 1. September 1668 begann der Unterricht, schon Ende Oktober waren rund hundert Mädchen eingeschrieben. Da das Gebäude nicht mehr reichte, kaufte der Kurfürst vier Häuser in der Unteren Neustadt und ließ sie abbrechen. Am 25. Oktober 1671 legte er persönlich den Grundstein für das neue Kloster. Den Bau bezahlte der Orden aus eigenen Mitteln. Die Kirche wurde am 20. Oktober 1679 geweiht, das Kloster am 3. Juni 1680 bezogen. Im 18. Jahrhundert lebten meist etwa vierzig Nonnen hier. Das Kloster war der größte Wallfahrtsort der Stadt. Im Mittelpunkt stand das Gnadenbild Unsere Liebe Frau mit dem geneigten Haupte, das 1680 ein Kanoniker gestiftet hatte und das ab 1699 am Hochaltar stand. Besonders beliebt waren im Kloster angefertigte Kupferstiche des Gnadenbildes als Andenken. Rund hundert kupferne Druckplatten aus dieser Zeit sind erhalten. Dann die Krise. Während der Säkularisation 1802 und 1803 blieb das Kloster wegen seines Wirkens für die Landshuter Bevölkerung erhalten. Erst am 8. November 1809 erging der Beschluss, den Ursulinenorden in Bayern aufzuheben. 19 Schwestern übersiedelten nach Straubing. Ab dem 1. Januar 1810 war die Klosterkirche versperrt, das Militär besetzte die Gebäude. Am 8. Mai 1815 wurde die Kirche auf Bitten der Bevölkerung wieder geöffnet. 1826 übergab die in der Stadt verbliebene Ursuline Borgia Metz König Ludwig I. eine Bittschrift. Am 26. Februar 1827 kehrten die drei Landshuter Nonnen, die die Straubinger Zeit überlebt hatten, ins Kloster zurück. 1833 entstand mit der Höheren Töchterschule eine weiterführende Mädchenschule. 1884 wurde am Bischof-Sailer-Platz das heutige Schulgebäude errichtet. 1918 besaß das Kloster unter anderem eine Volks-Hauptschule mit 13 Klassen und eine Lehrerinnenbildungsanstalt. Aus dem Schulwesen entstand die Ursulinen-Realschule, deren Trägerschaft 1992 an die Erzdiözese München und Freising überging. 2016 wurde das Kloster aufgelöst.
Sie stehen vor dem ehemaligen Ursulinenkloster Sankt Joseph in der Neustadt. Kurfürst Ferdinand Maria gründete es 1668, es sollte eine Mädchenschule entstehen. 2016 wurde das Kloster aufgelöst. Die daraus entstandene Ursulinen-Realschule besteht noch.
In diesem Haus war ein Kloster für Frauen, die Ursulinen. Sie wollten Mädchen unterrichten, und das war der Zweck des Klosters. Der Unterricht begann am 1. September 1668. Nach zwei Monaten waren schon rund hundert Mädchen angemeldet. Das war so viele, dass das Haus bald zu klein wurde. Der Kurfürst legte deshalb persönlich den Grundstein für ein neues Kloster. Aus der Schule des Klosters ist die Ursulinen-Realschule geworden. Sie gibt es bis heute. Würdest du gern in einer Schule lernen, die vor mehr als 350 Jahren gegründet wurde?
Koordinaten: 48.537743, 12.155079 · auf der Karte