Stadtohr

Stadtrundgang Landshut · Station 6 von 16

Jesuitenkolleg Landshut

1691 · jesuiten, barock, kolleg, neustadt

Ausführlich

Sie stehen vor dem ehemaligen Jesuitenkolleg. Zur Jahreszahl: Wikidata nennt 1691, das Jahr, in dem der Bau der Konventgebäude endete. Das Kolleg selbst bestand nach einer Quelle von 1629 bis 1774. Ich nenne die ältere Angabe und sage dazu, dass es zwei gibt. Schon 1571, wohl 1604 und 1617 fanden Jesuitenmissionen in Landshut statt. 1627 und 1628 kamen die Jesuiten im Auftrag von Kurfürst Maximilian endgültig. Die Gräfin Magdalena von Haunsperg hatte sie mit Stiftungskapital ausgestattet. Ab Mitte 1630 wurde der Kollegbau in die Wege geleitet. Die Grundsteinlegung für die Kirche war am 31. Juli 1631, und die Kirche wurde trotz der Wirren des Dreißigjährigen Krieges bereits zehn Jahre später fertig. Die Konventgebäude baute man erst von 1665 bis 1691. Bis dahin waren die Patres in kirchlichen und privaten Gebäuden untergebracht. Schauen Sie auf die Anlage. Es ist ein barocker Bau, dreigeschossig, vier Flügel um einen geschlossenen Innenhof, erbaut von Michael Beer und Michael Thumb. Im ersten Obergeschoss des Südflügels lag das Refektorium, dessen Stuck von etwa 1720 stammt. In einem Raum im Nordflügel könnte früher die Bibliothek gewesen sein. Die Jesuiten betreuten Kirche und Kolleg bis zur Aufhebung ihres Ordens 1773. Eine Quelle nennt für das Ende des Kollegs also auch dieses Jahr. Zu Zeiten der Landshuter Universität nutzte das Priesterseminar Georgianum die Räume. Von 1828 bis 1919 war darin eine Kaserne, heute sitzt hier die Polizeiinspektion Landshut. Die Gebäude sind nach der Haager Konvention geschütztes Kulturgut. Zur ehemaligen Jesuitenkirche St. Ignatius, die zum Kolleg gehört: Baumeister war Frater Johannes Holl. Vorbild war die Münchner Jesuitenkirche St. Michael. Landshuts Kirche hat kein Querschiff und eine eindrucksvolle Beleuchtung. Ungewöhnlich ist die Ausrichtung des Altars nach Westen statt nach Osten. Genau dort stehen wir gleich.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem ehemaligen Jesuitenkolleg, das von 1629 bis 1774 bestand. Die barocken Konventgebäude entstanden 1665 bis 1691. Heute ist hier die Polizeiinspektion Landshut untergebracht. Die Gebäude sind nach der Haager Konvention als Kulturgut geschützt.

Für Kinder

Hier war einmal ein Kolleg der Jesuiten. Das ist ein Haus, in dem Mitglieder dieses Ordens lebten und arbeiteten. Eine Gräfin hatte ihnen Geld gestiftet, und so kamen sie 1627 und 1628 nach Landshut. Das große Haus mit vier Flügeln und einem Innenhof wurde von 1665 bis 1691 gebaut. Später war es eine Kaserne. Heute ist darin die Polizei. Du kannst es an der Form erkennen: Vier Flügel umschließen einen Hof. Siehst du den Hof von hier aus?

Quellen

Koordinaten: 48.533906616, 12.154061697 · auf der Karte

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