Stadtohr

Stadtrundgang Konstanz · Station 16 von 16

Theater Konstanz

1607 · theater, jesuiten, stadttheater, spielstätten

Theater Konstanz
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Ausführlich

Sie stehen vor dem Stadttheater von Konstanz, der letzten Station dieses Rundgangs. Das Haus war ursprünglich eine Schule. Das Gebäude wurde zwischen 1607 und 1609 als Gymnasium des Konstanzer Jesuitenklosters errichtet. Oben hatte es eine Aula, die gelegentlich für Schülertheater genutzt wurde. Als Beginn des Theaterspiels in Konstanz gilt die Aufführung eines Dramas zum Leben des heiligen Konrad durch Jesuitenschüler im Innenhof des Kollegs, am 15. Oktober 1607, zur Weihe der Jesuitenkirche, die Sie eben gesehen haben. Deshalb wird das Haus in Konstanz die am längsten durchgängig bespielte Bühne Europas genannt. Das Theater wirbt mit den Worten: seit 1607. Nach der Auflösung des Jesuitenordens zog das Gymnasium 1784 in das Kollegsgebäude, und 1787 wurde das Gebäude an Privatleute verkauft. 1852 baute man es zu einem Theater um. In den 1930er Jahren erhielt es einen Bühnenturm, sodass es auch äußerlich als Theaterbau erkennbar ist, und damals entstand die heutige Gestalt des Zuschauersaals. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte die Neugründung, zur Spielzeit 1948/1949. Im April 1989 wurde beschlossen, im Stadttheater eine Kinder- und Jugendtheatersparte einzurichten, im Mai 1990 war es so weit. Das Repertoire hat sich im Lauf der Zeit gewandelt: Zur Zeit der Jesuiten gab es Darstellungen zur Kirchengeschichte und über christliche Märtyrer, in der Zeit des Nationalsozialismus herrschten nationalsozialistische Stücke vor. Das Theater Konstanz hat heute drei Spielstätten. Das Stadttheater selbst hat 400 Plätze. Die Spiegelhalle, eine ehemalige Güterhalle am Hauptbahnhof, bietet Platz für bis zu 200 Zuschauer, vor allem für experimentelles und junges Theater, und hat ein verglastes Foyer. Die Werkstattbühne im Verwaltungs- und Werkstattgebäude fasst bis zu 120 Personen. Nach dem Ende der Spielzeit im Juli gastiert das Ensemble mit seinem Sommertheater in der ehemaligen Kapuzinerkirche in Überlingen, früher in Meersburg. Seit 2020 ist Karin Becker Intendantin, von 2006 bis 2020 war es Christoph Nix. 2020 fielen wegen der Corona-Pandemie ab dem 17. März die Aufführungen aus. Für die Münsterfestspiele im Juli bereitete man Freilichtspiele auf dem Münsterplatz vor, mit stark reduzierten Plätzen. Christoph Nix schrieb und inszenierte dafür das Stück Hermann der Krumme und die Erde ist rund. Hermann der Lahme, der mittelalterliche Mönch und Wissenschaftler, war für ihn eine Metapher auf den krummen Zustand der Welt. Den Namen kennen Sie schon vom Münster: Ein Reichenauer Mönch dieses Namens hielt dort den Einsturz der Basilika fest. Damit schließt sich unser Kreis. Nicht auf diesem Rundgang liegt die Klosterinsel Reichenau am Bodensee, 724 gegründet. Sie braucht eigene Zeit.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Stadttheater von Konstanz. Das Gebäude wurde 1607 bis 1609 als Gymnasium der Jesuiten gebaut, 1852 wurde es zum Theater umgebaut. Als Beginn des Theaterspiels in Konstanz gilt eine Aufführung von Jesuitenschülern im Jahr 1607.

Für Kinder

Du stehst vor dem Theater von Konstanz. Das Haus war früher eine Schule, ein Gymnasium der Jesuiten. Schon 1607 spielten Schüler hier ein Theaterstück über den heiligen Konrad. Seitdem wird in diesem Haus Theater gespielt, deshalb sagen die Konstanzer: die am längsten durchgängig bespielte Bühne Europas. Heute gibt es im Theater Konstanz drei Orte zum Spielen. Eine Bühne ist sogar in einer alten Güterhalle am Bahnhof. Und seit 2009 gibt es ein Puppentheater. Warst du schon einmal im Theater? Welches Stück würdest du gern sehen?

Quellen

Koordinaten: 47.6638, 9.17747 · auf der Karte

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