Stadtohr

Stadtrundgang Konstanz · Station 15 von 16

Christuskirche

1604 · jesuiten, barock, altkatholisch, kirche

Christuskirche
Foto: siehe Dateiseite, siehe Dateiseite · Wikimedia Commons

Ausführlich

Sie stehen vor der Christuskirche Sankt Konrad, einem barocken Kirchengebäude zwischen dem Münster und dem Stadttheater, zur Konzilstraße hin. Gebaut wurde sie in den Jahren 1604 bis 1607 als Jesuitenkirche im Stil der Spätrenaissance. Um die Kirche herum entstanden ein Kolleg und ein Gymnasium. Ihr Patron wurde der heilige Konrad, Bischof von Konstanz von 934 bis 975, dem wir am Münster begegnet sind. Der Bau ist nach römischen Vorbildern eine Wandpfeilerkirche mit eingezogenem Chor und hatte zunächst eine Flachdecke. 1682 baute der Jesuit Heinrich Mayer sie um und gab ihr ein stuckverziertes Tonnengewölbe im Stil des Barock. 1929 und 1930 wurde das einsturzgefährdete Gewölbe durch ein Scheingewölbe ersetzt, das an einer Stahlaufhängung im Dachstuhl hängt. In der Zeit des Rokoko, von 1761 bis 1763, erhielt die Kirche neue Altäre und Kirchenbänke. 1773 wurde der Jesuitenorden aufgehoben. Das Gymnasium wurde privatisiert und hieß nun Collegium Josephinum, das Gebäude wurde später zum Theater umgebaut, und die Kirche diente als Gymnasialkirche für Schulgottesdienste. 1904 überließ man sie der altkatholischen Gemeinde von Konstanz. Die Gemeinde hatte vorher von 1873 an die Dreifaltigkeitskirche genutzt. Seit 1962 gehört die Kirche dem Land Baden-Württemberg, das auch für den Unterhalt zuständig ist. Ab 2008 wurde sie außen saniert und statisch stabilisiert, bis 2014 folgte eine umfassende Innensanierung. Zur Ausstattung. Bis 1610 erhielt die Kirche ihre erste Ausstattung. Erhalten ist eine Marienstatue mit Kind vom niederländischen Meister Hans Morinck, außerdem fünfzehn Rosenkranzbilder an den Pfeilern des Langhauses, auf Holz gemalt, jedes mit dem Wappen des Stifters. Im Chor hängen vier Gemälde mit Porträts der Jesuiten-Heiligen, wohl um 1683 entstanden. Die heutige Ausstattung im Rokoko-Stil stammt wohl aus den Jahren 1761 bis 1763: Altäre, Kanzel, Beichtstühle und Kirchenbänke. Und jetzt schauen Sie auf die Kirchenbänke. Dort sind noch Inschriften eingeritzt, aus der Zeit der Schülergottesdienste im späten 18. und im ganzen 19. Jahrhundert, mit den Namen zahlreicher bis heute stadtbekannter Familien. Die Inschriften haben alle Renovierungen überstanden und sind ein seltenes Dokument der Stadt- und Kulturgeschichte. Mehrere Reliquien befinden sich in der Kirche, je eine offen sichtbar in den beiden Seitenaltären. Auf der Westempore steht eine kleine Orgel, vermutlich 1842 von Joseph Braun gebaut, 1875 bis 1897 umgebaut, mit fünfzehn Registern auf zwei Manualen und Pedal. Zuletzt wurde sie 2012 restauriert.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Christuskirche Sankt Konrad zwischen Münster und Stadttheater. Die Jesuiten bauten sie von 1604 bis 1607 im Stil der Spätrenaissance. Seit 1904 nutzt sie die altkatholische Gemeinde.

Für Kinder

Du stehst vor einer Kirche, die im Jahr 1604 begonnen wurde. Gebaut haben sie die Jesuiten, eine Ordensgemeinschaft. Neben der Kirche gab es eine Schule. Die Schüler gingen in diese Kirche zum Gottesdienst. Und das Besondere: In den Kirchenbänken haben Schüler vor langer Zeit ihre Namen eingeritzt. Man kann sie heute noch sehen, viele sind Namen von Familien, die in Konstanz bis heute bekannt sind. Heute gehört die Kirche der altkatholischen Gemeinde. Würdest du deinen Namen in eine Bank ritzen? Aber nur im Kopf.

Quellen

Koordinaten: 47.6637, 9.17747 · auf der Karte

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