Sie stehen vor dem Schauspiel Köln am Offenbachplatz. Die Geschichte dieses Theaters ist eine Geschichte von Bränden, Bomben und einem Bürgerbegehren. Das erste feste Haus wurde 1782 in der Schmierstraße gebaut, die daraufhin in Komödienstraße umbenannt wurde. Ein Nachfolgebau von 1829 brannte 1869 ab. 1872 entstand in der Glockengasse ein neues Haus, nach einem Entwurf von Julius Carl Raschdorff. Im Mai 1898 beschloss der Rat einen weiteren Neubau, der 1902 am Habsburgerring fertig wurde: ein Gebäude im Neobarock mit Restaurant und Gartenterrasse, 3,9 Millionen Mark teuer, mit 1800 Plätzen. Köln hatte nun zwei große Bühnen, zuerst als Vereinigte Stadttheater, ab der Spielzeit 1906/07 als Opernhaus und Schauspielhaus. Im neuen Haus spielte man vor allem Opern, im alten in der Glockengasse Schauspiel und Operette. Wikidata nennt für diese Station das Jahr 1898. Das ist der Ratsbeschluss von damals, nicht das Haus, vor dem Sie stehen. Zwei Episoden aus der Zeit danach gehören hierher. In den 1920er Jahren holte der Intendant bekannte Berliner Schauspieler nach Köln, darunter Heinrich George, und machte das Haus überregional bekannt. 1929 sollte Bertolt Brechts Dreigroschenoper im Schauspielhaus aufgeführt werden. Die konservative Zentrumspartei wollte das verhindern. Auf Vermittlung des damaligen Kölner Oberbürgermeisters Konrad Adenauer wurde das Stück entschärft und durfte gespielt werden. In der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft leitete ein nationalsozialistischer Opernregisseur als Generalintendant beide Häuser. Im Krieg wurden das Haus in der Glockengasse und das am Habsburgerring zerstört beziehungsweise stark beschädigt. Und dann kommt ein Datum, das man sich merken sollte: Im August 1945 konnte das Theater in Ersatzspielstätten, unter anderem in der Aula der Universität, als erstes Theater in der britischen Besatzungszone wieder Vorstellungen geben. Im August 1945. 1957 zogen die Bühnen aus der Aula in ein neu errichtetes Mehrspartenhaus am Offenbachplatz. 1962 wurde unmittelbar daneben dieses Schauspielhaus fertiggestellt, ebenfalls von Wilhelm Riphahn entworfen, und mit Schillers Die Räuber eröffnet. Auch der Bundespräsident kam zu dieser Vorstellung. Nun die Gegenwart, und sie ist unentschieden. Im Rahmen der Opernsanierung sollte das Schauspielhaus abgerissen und zwischen 2010 und 2013 neu errichtet werden. Aus Kostengründen wurde von der Neubauvariante so viel zurückgenommen, dass sie sich kaum noch zu lohnen schien. Daraufhin forderte eine Bürgerinitiative den Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudes und führte ein Bürgerbegehren durch. Im April 2010 stimmte der Rat der Stadt Köln zu. Das Haus blieb stehen und wird saniert. Seit der Spielzeit 2013/14 dienen zwei Depots auf dem Gelände eines ehemaligen Werks in Köln-Mülheim als Interimsspielstätte. Eine Eröffnung am ursprünglichen Spielort war für den Beginn der Spielzeit 2024/2025 vorgesehen. Ende August 2024 gab der Kulturdezernent bekannt, dass auch für die Spielzeit 2025/2026 noch in der Interimsspielstätte geplant wird. Eine Zahl noch zum Rang dieses Hauses: 2010 wurde es von der Fachzeitschrift Theater heute zum Theater des Jahres gewählt.
Sie stehen vor dem Schauspiel Köln am Offenbachplatz, der traditionellen Schauspielstätte der Stadt. Das denkmalgeschützte Gebäude wurde 1962 nach Entwurf von Wilhelm Riphahn fertiggestellt. Es hat 830 Plätze im Großen Haus. Wikidata nennt als Jahr 1898, das gilt für ein anderes Haus.
Du stehst vor dem Schauspiel Köln. Hier wird Theater gespielt, im großen Saal für 830 Zuschauer. Das Gebäude wurde 1962 fertig. Vorher hatte Köln schon mehrere Theater, und die hatten großes Pech: Eines brannte 1869 ab, zwei wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. Trotzdem ging es schnell weiter. Schon im August 1945, kurz nach Kriegsende, spielten die Kölner Schauspieler wieder, zuerst im Hörsaal der Universität. Später sollte dieses Haus abgerissen werden. Da sammelten Kölnerinnen und Kölner Unterschriften, weil sie es behalten wollten. 2010 gab die Stadt ihnen recht. Seitdem wird das Haus repariert, und zwar schon sehr lange.
Koordinaten: 50.9374, 6.9505 · auf der Karte