Sie stehen am Rhein, und an dieser Stelle lag die erste feste Brücke über den Fluss. Errichtet wurde sie unter Kaiser Konstantin I. von der Legio XXII Primigenia. Deshalb heißt sie auch Konstantinbrücke. Zuerst zur Datierung, weil sie ein gutes Beispiel dafür ist, wie man zu einer Jahreszahl kommt. Die erste Quelle ist eine Prunkrede, die in Trier zu Ehren Konstantins gehalten wurde. Dort heißt es über die Franken, sie wagten es nun, da eine Brücke gebaut werde, noch viel weniger, den Strom zu überschreiten. Aus dieser Formulierung ergibt sich, dass 310 gebaut wurde. Die zweite Quelle ist Holz. Von acht schweren Eichenpfählen wurde der äußerste Jahrring bestimmt, und er bestätigt dieses Jahr vorläufig. Die Pfähle liegen im Römisch-Germanischen Museum. Neben Eiche verwendeten die Römer auch Tannen- und Buchenholz. Nun die Bauweise. Die Brücke stand auf 19 Strompfeilern aus Werkstein. Fünfzehn davon sind durch ergrabene Pfahlreste archäologisch sicher nachgewiesen. Zwischen ihnen waren Holzbinder gespannt, die einen gut 400 Meter langen hölzernen Oberbau mit einer rund elf Meter breiten Fahrbahn trugen. Das Fundament bildeten Konstruktionen aus tief in den Flussgrund gerammten Eichenpfählen, deren Zwischenräume mit Mörtel und Steinen verfüllt waren. Es gibt keine entsprechenden Funde. Wozu diese Brücke. Sie verband die Stadt in der Nähe der heutigen Salzgasse mit dem rechten Ufer etwa dort, wo heute der Lanxess Tower steht. Auf dem rechten Ufer lag das Kastell Divitia mit einem römischen Hafen, der zwischen 312 und 315 vollendet war. Der Zweck war militärisch: Truppen sollten schnell über den Rhein gebracht werden können, weil von dort Franken das römische Gebiet bedrohten. Man baute den Brückenkopf also bewusst in Feindesland, um einen Angriff zu verhindern. Dieser Fluss war damals die Grenze. Links das Römische Reich mit seinen germanischen Provinzen, rechts das freie Germanien. Eine Brücke über eine Grenze ist immer zweierlei: ein Weg hinaus und ein Weg herein. Und nun das Offene, das ehrlich gesagt werden muss: Wann diese Brücke verschwand, ist unbekannt. Es gibt drei Antworten. Die eine nimmt an, sie habe nur etwa hundert Jahre gestanden. Die zweite berichtet, sie sei erst im 10. Jahrhundert, um 960, abgerissen worden. Die dritte geht wegen der Holzkonstruktion davon aus, dass sie etwa ab 400 verfallen sein könnte. Sechshundert Jahre Unsicherheit für ein Bauwerk, dessen Baubeginn man auf ein Jahr genau kennt. Im Römisch-Germanischen Museum können Sie die Pfahlreste sehen und eine Rekonstruktion, die dem zu vermutenden Aussehen entspricht. An der Stelle der Brücke überspannt heute die Deutzer Brücke den Rhein.
Hier überspannte die erste feste Brücke den Rhein. Errichtet wurde sie unter Kaiser Konstantin I. von der Legio XXII Primigenia, die Bauarbeiten begannen 310. Deshalb heißt sie auch Konstantinbrücke. An ihrer Stelle steht heute die Deutzer Brücke.
Hier stand vor sehr langer Zeit die erste richtige Brücke über den Rhein. Römische Soldaten haben sie gebaut, ab dem Jahr 310. Sie war gut 400 Meter lang und ruhte auf 19 steinernen Pfeilern im Fluss. Obendrauf lag Holz, und die Fahrbahn war elf Meter breit. Wozu das Ganze? Links vom Rhein war das Römische Reich, rechts nicht. Die Römer wollten ihre Soldaten schnell auf die andere Seite bringen können. Und woher weiß man das Jahr? Taucher haben dicke Eichenpfähle aus dem Fluss geholt. In Holz sind Jahresringe, einer pro Jahr. Man kann sie zählen. Die Pfähle kannst du im Römisch-Germanischen Museum anschauen.
Koordinaten: 50.9378, 6.96561 · auf der Karte