Stadtohr

Stadtrundgang Köln · Station 15 von 16

Kölner Domglocken

1923 · glocken, petersglocke, geläut, dom

Ausführlich

Sie stehen unter den Domglocken. An dieser Station hören Sie nichts, wenn Sie Pech haben, und sehen auch nichts, denn alles hängt hoch über Ihnen. Trotzdem lohnt sich der Halt, denn dieses Geläut ist eines der größten und historisch bedeutsamsten Kathedralgeläute überhaupt, und seine Besonderheit liegt nicht in der Größe allein, sondern in der Zusammenstellung von zwölf sehr charakteristischen Glocken. Das Fundament ist die Petersglocke. Gegossen 1923, rund 24 Tonnen schwer, eine der größten schwingend geläuteten Glocken der Welt. Schwingend geläutet heißt: Sie bewegt sich selbst, es wird nicht nur ein Hammer gegen sie geschlagen. Die Kölner nennen sie liebevoll den decken Pitter. Diese Glocke hat eine Geschichte, die aus drei Unglücksfällen besteht. Ihre Vorgängerin war die Kaiserglocke von 1874. Sie musste zum Ersten Weltkrieg abgeliefert werden, wie so viele Glocken, die zu Material wurden. Deshalb gibt es die Petersglocke überhaupt. Und 2011 brach der Klöppel und stürzte ab. Nun die Ordnung im Turm, denn sie ist streng. Im Südturm hängt das Hauptgeläut mit acht Glocken, in einem Stahlglockenstuhl, der in drei Gefache unterteilt ist. Im mittleren Gefach hängt die Petersglocke. Im nördlichen Gefach hängen hintereinander die beiden großen spätmittelalterlichen Glocken: die Pretiosa von 1448 und die Speciosa von 1449. Lassen Sie diese Jahreszahlen einen Moment stehen. Diese beiden Glocken läuten seit über fünfhundertfünfzig Jahren, und sie läuten noch, obwohl der Dom unter ihnen damals eine Baustelle mit einem unvollendeten Langhaus war. Im südlichen Gefach hängen hintereinander die restlichen fünf. In der oberen Hälfte die beiden Glocken vom Ende des 19. Jahrhunderts, die Dreikönigenglocke und die Ursulaglocke, in der unteren Hälfte die drei kleinen: Josephsglocke, Kapitelsglocke und Aveglocke. Sämtliche Glocken werden elektrisch angetrieben, die Petersglocke durch zwei Motoren. Dazu gibt es ein zweites, kleineres Geläut, das kaum jemand kennt. Im Dachreiter über der Vierung hängen vier weitere Glocken aus dem 14., 17. und 18. Jahrhundert, das sogenannte Chorgeläut. Eine von ihnen ist erst kürzlich zurückgekehrt. Die Klaraglocke von 1621, die kleinste, wurde im März 2023 wieder im Vierungsturm aufgehängt. Zuvor hing sie bis 1981 außen an der östlichen Seite des Südquerhaushochdaches. Ihre Aufgabe war doppelt: Bis 1920 läutete sie donnerstags zur Kapitelsmesse und außerdem als Alarmglocke. Deshalb hieß sie die alte Kapitels- oder Brandglocke. Denken Sie an die Stationen, die hinter Ihnen liegen, an die Brände der Kölner Theater und an die Nächte von 1942 und 1943. Eine Glocke, die Feueralarm schlug, hing über vierhundert Jahre an dieser Kirche, und bis 1920 wurde sie dafür wirklich benutzt. Wenn Sie jetzt noch einen Moment warten und Glück haben, beginnt das Geläut. Zwölf Glocken aus fünf Jahrhunderten, von 1448 bis 1923, in einem einzigen Klang.

Kurzfassung

Sie stehen unter den Domglocken. Das Geläut besteht aus zwölf Glocken und ist eines der größten und historisch bedeutsamsten Kathedralgeläute überhaupt. Sein Fundament ist die 1923 gegossene Petersglocke mit rund 24 Tonnen, eine der größten schwingend geläuteten Glocken der Welt.

Für Kinder

Du stehst unter den Glocken des Doms. Es sind zwölf, und sie hängen so hoch, dass du sie nicht sehen kannst. Die größte heißt Petersglocke und wurde 1923 gegossen. Sie wiegt rund 24 Tonnen, so viel wie vier ausgewachsene Elefanten. Die Kölner nennen sie den decken Pitter, also den dicken Peter. Zwei andere Glocken sind viel älter: Die Pretiosa ist von 1448, die Speciosa von 1449. Sie läuten noch heute. Eine kleine Glocke hatte früher einen besonderen Auftrag: Sie war die Brandglocke. Wenn es in der Stadt brannte, wurde sie geläutet, damit alle Bescheid wussten. Bis 1920 hat das noch funktioniert.

Quellen

Koordinaten: 50.9411, 6.95724 · auf der Karte

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