Sie stehen vor dem Theater Koblenz, am Deinhardplatz. Dieses Haus gehört zur vorigen Station, auch wenn es anders aussieht: Derselbe Kurfürst, Clemens Wenzeslaus von Sachsen, ließ es ein Jahr nach seinem Einzug ins Schloss bauen. 1787, in sieben Monaten Bauzeit, nach Plänen des Architekten Peter Joseph Krahe, Bauleitung Johann Andreas Gärtner. Eröffnet wurde es am 23. November 1787 mit Mozarts Entführung aus dem Serail, unter der Leitung von Johann Heinrich Böhm, als Kurfürstliches Komödien- und Ballhaus. Heute ist es der einzige erhaltene klassizistische Theaterbau am Mittelrhein und das früheste erhaltene Beispiel eines Rangtheaters in Deutschland. Schauen Sie an der Fassade nach oben, auf die Attika. Dort steht auf Latein, das Haus sei den Musen, der Sittlichkeit und zur Freude der Öffentlichkeit errichtet, 1787. Über der Bühne im Inneren steht ein zweiter Satz: Durch Lachen verbessere ich die Sitten. Die beiden Inschriften sagen zusammen, was ein Theater damals sein sollte. Am 16. Dezember 1851 trat hier die Koblenzer Opernsängerin Henriette Sontag auf. Es war ihr erster und einziger Auftritt in ihrer Heimatstadt. Und nun eine Geschichte, bei der ich Ihnen genau sage, wie sicher sie ist. Im August 1944 wurde das Theater geschlossen. Es blieb bei den Luftangriffen als eines der wenigen Gebäude der Innenstadt weitgehend unversehrt. Der Wikipedia-Quelle schreibt dazu, angeblich hätten zwei Hausmeister nach einem Luftangriff im November 1944 die Feuerwehr mit einem erfundenen Befehl des Gauleiters vom Regierungsgebäude zum Theater umgeleitet und so die Zerstörung durch Feuer verhindert. Angeblich. Das Wort steht in einer Quelle, und ich lasse es stehen. Belegt ist, dass das Haus am 1. Juni 1946 wieder eröffnen konnte. Weil es einen der wenigen nicht kriegszerstörten und ausreichend großen Räume bot, fand hier am 22. November 1946 die konstituierende Sitzung der Beratenden Landesversammlung statt, die über die Verfassung des neu gegründeten Landes Rheinland-Pfalz beriet. In einem Theater wurde über eine Verfassung verhandelt, und im Rathaussaal, bei dem wir vorhin standen, tagte danach der erste Landtag. Von 1984 bis 1985 wurde das Haus umfassend restauriert, mit dem Ziel, dem Originalzustand von 1787 möglichst nahezukommen. Man stellte die alten Abmessungen des Foyers wieder her, rekonstruierte die Ausmalung im Zuschauerraum und gab der Fassade ihre originale Farbfassung zurück, das heutige Gelb. Die flache Decke täuscht mit perspektivischer Malerei eine Kuppel vor. Dazu noch ein ehrlicher Hinweis: Für diese Decke gab es keine erhaltenen Befunde, weil sie einmal neu verputzt worden war, und auch die Pläne des Architekten zeigen sie nicht. Sie wurde in den 1980er Jahren in Anlehnung an andere klassizistische Bauten neu geschaffen.
Sie stehen am Deinhardplatz, vor dem Theater Koblenz. Gebaut wurde es 1787 in sieben Monaten für den Trierer Kurfürsten Clemens Wenzeslaus, vom Architekten Peter Joseph Krahe. Es ist der einzige erhaltene klassizistische Theaterbau am Mittelrhein. Der Saal hat heute fünfhundert Sitzplätze.
Das ist ein Theater, und es wurde sehr schnell gebaut: in nur sieben Monaten, im Jahr 1787. Zur Eröffnung spielten sie eine Oper von Mozart. Schau über die Tür nach oben. Dort steht ein Satz auf Latein. Er bedeutet etwa: für die Musik, für gutes Benehmen und zur Freude für alle. Über der Bühne drinnen steht noch ein Satz: Durch Lachen mache ich die Menschen besser. Im Krieg blieb dieses Haus fast heil. Schau an die Decke im Saal: Sie sieht aus wie eine Kuppel, ist aber flach gemalt.
Koordinaten: 50.3582, 7.59944 · auf der Karte