Sie stehen am Kapuzinerkloster in Ehrenbreitstein, und damit wieder auf der Seite, auf der wir angefangen haben. Zur Jahreszahl zuerst, denn sie führt in die Irre: Wikidata nennt 2008. Das ist das Ende. Ende September 2008 verließen die letzten Kapuziner dieses Kloster, nachdem die Provinzverwaltung 2007 nach Frankfurt umgezogen war. Der Anfang liegt 381 Jahre früher. Auf persönlichen Wunsch des Trierer Kurfürsten Philipp Christoph von Sötern siedelten sich die Kapuziner 1627 in Ehrenbreitstein an. Es ist derselbe Kurfürst, der unten am Rhein das Schloss Philippsburg bauen ließ. Am 18. Oktober 1628 wurde der Grundstein gelegt, 1629 war der Bau vollendet und den Aposteln Philippus und Jakobus geweiht. Die Geschichte dieses Hauses ist eine Reihe von Räumungen und Rückkehrten, und sie liest sich wie eine Zusammenfassung des Rundgangs. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Ehrenbreitstein 1636 samt Kloster verwüstet, weil oben hart um die Festung gekämpft wurde. Der Wiederaufbau erfolgte 1655 unter Kurfürst Karl Kaspar von der Leyen. Am 16. Februar 1813 wurde das Kloster geräumt und die Inneneinrichtung verkauft. Am 29. Juni 1861 kehrten die Kapuziner zurück und richteten sich in den verbleibenden Gebäuden ein. Im Kulturkampf mussten sie von 1875 bis 1887 erneut gehen, wie die Jesuiten in der Altstadt. 1908 wurde das Kloster Sitz der Provinzverwaltung der Rheinisch-Westfälischen Ordensprovinz. Dann der Krieg: Am 25. September 1944 traf eine Luftmine das Kloster und beschädigte das Dach. Nach der Zerstörung der Heilig-Kreuz-Kirche am 31. Dezember 1944 nutzte die Pfarrgemeinde von Ehrenbreitstein diese Klosterkirche für ihre Gottesdienste, bis 1964 ein Neubau fertig war. Und nun eine Liste, die alles über die Lage dieses Hauses sagt. Wegen der Nähe zum Rhein wurde das Kloster überflutet: 1740, 1920, 1926, 1970, 1993 und 1995. Sechs Hochwasser in zweihundertfünfzig Jahren, verzeichnet in einer einzigen Zeile. Die Kirche St. Franziskus, geweiht 1657, ist die einzige auf Koblenzer Stadtgebiet erhaltene Barockkirche. In einer Nische über dem Portal steht eine Figur der Muttergottes von 1655, am Sockel das Wappen des Erzbischofs Karl Kaspar von der Leyen. Zum Schluss schließt sich ein Kreis. 2013 übernahm ein Konvent des Deutschen Ordens Teile dieses Klosters und die Pfarrseelsorge. Es ist derselbe Orden, den ein Erzbischof 1216 unten an die Moselmündung rief und dessen Haus dort heute ein Museum für französische Kunst ist. Ende 2017 erhob der Bischof von Trier diese Klosterkirche offiziell zur Pfarrkirche. Wir haben oben auf einem Felsen angefangen und hören unten an einer Kirche auf, die sechsmal unter Wasser stand. Danke, dass Sie mitgegangen sind.
Sie stehen am Kapuzinerkloster in Ehrenbreitstein. Die Jahresangabe 2008 ist kein Baujahr: Ende September 2008 verließen die letzten Kapuziner das Kloster. Angesiedelt hatten sie sich 1627, der Grundstein wurde 1628 gelegt, der Bau 1629 vollendet. Zur Anlage gehört die Barockkirche St. Franziskus.
Hier wohnten Mönche, fast vierhundert Jahre lang. Sie hießen Kapuziner und kamen 1627, weil der Fürst sie eingeladen hatte. Dann wurden sie oft vertrieben: im Krieg, von Soldaten, von der Regierung. Und jedes Mal kamen sie zurück. 2008 gingen die letzten für immer. Schau zur Kirche: Sie ist die einzige Barockkirche in Koblenz, die noch steht. Und sie hat ein Problem, denn der Rhein ist zu nah. Sechsmal lief das Wasser hier herein. Wir haben oben auf dem Felsen angefangen. Danke, dass du mitgegangen bist.
Koordinaten: 50.3587, 7.61103 · auf der Karte