Sie stehen vor dem Deutschherrenhaus, und darin hängt französische Kunst. Das ist auf einem Gelände, das wir gleich noch genauer ansehen, eine bemerkenswerte Wendung. Das Ludwig Museum wurde am 18. September 1992 mit der Ausstellung Atelier de France eröffnet. Es ist die fünfte Kunstsammlung, die das Sammlerehepaar Peter und Irene Ludwig in Deutschland angestoßen hat. Gründungsleiterin war die schweizerische Kunsthistorikerin Danièle Perrier, seit April 1997 leitet Beate Reifenscheid-Ronnisch das Haus. Der Schwerpunkt ist ungewöhnlich. Die Ausrichtung auf französische Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts, vornehmlich auf die Entwicklungen nach 1945, ist in Deutschland einmalig. Es gibt dieses Museum also genau einmal, und es steht in einer Stadt, die zwanzig Jahre zu Frankreich gehört hat, in deren Mauern französische Truppen gesprengt, besetzt und regiert haben, und gegenüber einer Festung, die als Wacht gegen Frankreich gemeint war. Vier Etagen Ausstellungsräume, dazu der angrenzende Blumenhof. Der Hof ist keine Zugabe: Er war schon zur Zeit des Ritterordens eine Gartenanlage und ist heute Ausstellungsfläche für große dreidimensionale Arbeiten. Was dort steht, kann man sich ansehen, ohne hineinzugehen. Le Pouce, Der Daumen, von César, 1965, vergoldete Bronze. Ein einzelner Daumen, groß, aus Metall. Daneben die Installation Dépôt de mémoire et d oubli, auf deutsch Stätte der Erinnerung und des Vergessens, von Anne und Patrick Poirier, 1992 aus Marmor. Dieses Werk haben die beiden eigens zur Museumsgründung für diesen Ort entwickelt. Bleiben Sie einen Moment bei diesem Titel. Erinnerung und Vergessen, als Marmorarbeit, auf dem Gelände einer Ordensniederlassung, die 1944 zerstört, zum Teil abgeräumt und zum Teil wieder aufgebaut wurde. Dazu kommen King and Queen von David Nash, eine Arbeit von Bernar Venet aus Cortenstahl von 2011, die drei Grazien von Martine Andernach, ebenfalls 2011 und ebenfalls Cortenstahl, drei Meter hoch, und zwei Arbeiten von Heiner Meyer. Cortenstahl ist der Stahl, der absichtlich rostet und dadurch eine schützende Schicht bildet. Im Inneren gezeigt wurden und werden Arbeiten von Arman, Jean Arp, Bernard Aubertin, Christian Boltanski, Erró, Alain Jacquet, Bettina Rheims, Pierre Soulages, Ben Vautier, Bernar Venet und Wols. Die Ausstellungen wechseln: Soulages mit Schwarz und Licht 2018, Sean Scully, John Cage und Milan Grygar, Tony Cragg, Alex Katz. Wenn Sie nun den Kopf heben und das Gebäude ansehen: Der sogenannte Rheinbau, in dem Sie das Museum finden, wurde 1279 errichtet. Die nächste Station erzählt Ihnen, wer ihn gebaut hat und warum dieses Eck Deutsches Eck heißt.
Sie stehen vor dem Deutschherrenhaus. Darin ist seit dem 18. September 1992 das Ludwig Museum untergebracht. Es ist die fünfte Sammlung, die das Sammlerehepaar Peter und Irene Ludwig in Deutschland angestoßen hat. Der Schwerpunkt liegt auf französischer Kunst.
In diesem alten Haus hängt neue Kunst. Ein Ehepaar, Peter und Irene Ludwig, sammelte sein Leben lang Kunst und half, dieses Museum einzurichten. Hier geht es fast nur um Kunst aus Frankreich. Das ist spannend, denn Frankreich und Koblenz hatten lange Streit. Geh in den Hof und schau dich um: Dort steht ein riesiger Daumen aus Metall, vergoldet. Nur ein Daumen, sonst nichts. Manche Figuren sind aus Stahl, der absichtlich rostet. Der Rost schützt sie dann. Welche Figur im Hof gefällt dir am besten?
Koordinaten: 50.3628, 7.605 · auf der Karte