Stadtohr

Stadtrundgang Kiel · Station 13 von 16

Kieler Schloss

1242 · schloss, gottorfer herzöge, zerstörung, universität

Mehrere Backsteinbauten um einen weiten Platz. Rechts steht ein hoher, rotbrauner Block mit regelmäßigen Fensterreihen und einem runden Schornstein an der Ecke. Links liegt ein Haus mit steilem, rot gedecktem Dach und Giebel. Dazwischen steht ein flacher Bau mit Glasfront und hellen Stützen. Davor reihen sich niedrige Steinpoller.
Foto: flamenc, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Was Sie vor sich sehen

Mehrere Backsteinbauten um einen weiten Platz. Rechts steht ein hoher, rotbrauner Block mit regelmäßigen Fensterreihen und einem runden Schornstein an der Ecke. Links liegt ein Haus mit steilem, rot gedecktem Dach und Giebel. Dazwischen steht ein flacher Bau mit Glasfront und hellen Stützen. Davor reihen sich niedrige Steinpoller.

Ausführlich

Sie stehen vor dem Kieler Schloss. Es war eine der Nebenresidenzen der Gottorfer Herzöge und galt als einer der bedeutendsten Profanbauten Schleswig-Holsteins. Alles begann mit einer Burg. Sie wurde vermutlich schon 1242 zur Zeit der Gründung Kiels errichtet und sollte die Siedlung an einer schmalen Landzunge zwischen Kieler Förde und Kleinem Kiel schützen. Bauherr war der Stadtgründer Adolf von Schauenburg. Sie stand an der Stelle des heutigen Rantzaubaus auf der Westseite des Schlossplatzes und wurde 1502 niedergerissen. Bis 1512 errichtete der dänische König Friedrich I. dort einen Neubau, das Neue Haus. Sein Sohn Adolf begründete das Herzogtum Schleswig-Holstein-Gottorf, zu dem Kiel samt Schloss gehörte. Von 1558 bis 1568 baute er das Schloss zu einem aufwendigen Renaissancesitz im Stil der niederländischen Renaissance aus. Dem Neuen Haus stellte er auf der Wasserseite einen Bau von der Form eines großen Quaders gegenüber, mit vier nebeneinander liegenden Einzeldächern und einem Kranz von zwölf Ziergiebeln. Zwei schlanke Treppentürme schmückten die Hofseite, innen gab es gewölbte Säle und eine prächtige Schlosskapelle. Das Schloss war nur eine Nebenresidenz, Hauptsitz war Schloss Gottorf. 1665 wurde hier die Gründungsfeier der Universität begangen. 1685 stürzte der ältere Flügel ein und wurde von 1695 bis 1697 für Herzogin Friederike Amalie durch den Rantzaubau des Architekten Domenico Pelli ersetzt, der heute noch größtenteils steht. Nach dem Großen Nordischen Krieg verloren die Gottorfer Herzöge Schleswig. Ab 1721 war das Kieler Schloss daher für ein halbes Jahrhundert die Hauptresidenz von Herzog Karl Friedrich und seinen Nachfolgern. 1728 wurde hier sein Sohn Karl Peter Ulrich geboren, der spätere russische Zar Peter III. Als Zar plante er einen Feldzug gegen Dänemark. Nur sein früher Tod ersparte Kiel einen erneuten Krieg. Seine Witwe, Zarin Katharina die Große, überließ 1773 die Reste der gottorfschen Anteile in Holstein dem dänischen König. Der feierliche Übergabeakt wurde im Kieler Schloss abgehalten. 1838 vernichtete ein Brand weite Teile des Gebäudes. Von 1848 bis 1851 tagte hier die Schleswig-Holsteinische Landesversammlung. Von 1888 bis 1918 wohnte Prinz Heinrich von Preußen im Schloss, Großadmiral der Kaiserlichen Marine. Am 4. Januar 1944 brannte das Schloss nach einem Luftangriff bis auf die Grundmauern aus. Von 1961 bis 1963 entstand nach Plänen der Hamburger Architekten Sprotte und Neve ein neuer Ostflügel aus Backstein, der die Dimensionen des Vorgängerbaus imitiert. Das Kulturzentrum wurde 2003 privatisiert. Seit 2005 steht der gesamte Schlosskomplex unter Denkmalschutz.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Kieler Schloss, einer Nebenresidenz der Gottorfer Herzöge. Es ging aus einer Burg hervor, die vermutlich schon 1242 zur Zeit der Stadtgründung entstand. Am 4. Januar 1944 brannte es nach einem Luftangriff bis auf die Grundmauern aus. Erhalten ist der Rantzaubau von 1695 bis 1697.

Für Kinder

Hier stand früher eine Burg. Sie wurde vermutlich schon 1242 gebaut, als Kiel gegründet wurde. Später wurde daraus ein Schloss für die Herzöge. 1728 wurde hier ein Junge geboren, der später russischer Zar wurde, Peter der Dritte. Am 4. Januar 1944 brannte das Schloss nach einem Luftangriff bis auf die Grundmauern aus. Ein Teil blieb: der Rantzaubau von 1695 bis 1697. Die erste Burg sollte die Siedlung auf einer schmalen Landzunge zwischen Förde und Kleinem Kiel schützen. Warum ist das wohl ein guter Platz für eine Burg?

Quellen

Koordinaten: 54.3242, 10.1434 · auf der Karte

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