Stadtohr

Stadtrundgang Kaufbeuren · Station 2 von 16

St. Blasius

· kirche, spätgotik, stadtmauer

Ausführlich

Sie stehen vor der Kirche St. Blasius. Sie ist klein, gilt aber als eines der bedeutendsten mittelalterlichen Baudenkmäler Schwabens. Sie steht über der Altstadt, neben dem nordwestlichen Eckturm der Stadtbefestigung. Schauen Sie auf diesen Turm: ein runder Backsteinbau mit einem ziegelgedeckten Kegeldach. Und schauen Sie, wie die Kirche an der Mauer sitzt. Sie wurde im Westen an die Stadtmauer angebaut, und der Wehrgang führt mitten durch sie hindurch. Das passt zu dem, was man über ihre Aufgabe annimmt: Wahrscheinlich war sie ursprünglich die Kapelle der Wehrleute. Die Wachen konnten ihre Andacht halten, ohne den Wehrgang zu verlassen. Die Heiligenfiguren des Hochaltars verweisen auf die bevorzugten Berufe dieser Wehrmänner. Die Bürgerschaft bestand damals hauptsächlich aus Webern und Waffenschmieden. Blasius und Erasmus sind die Patrone der Wollhechler und Garnwinder. Johannes der Täufer und Sebastian sind den Waffenproduzenten beigeordnet. Ulrich ist der Beschützer der Stadtsoldaten und Patron des Bistums Augsburg. Der Bau hat eine lange Vorgeschichte. 1319 erscheint die Blasiuskapelle zum ersten Mal in einer Urkunde. Das Mauerwerk des Langhauses besteht bis zu einer Höhe von 2,75 Metern aus Tuffquadern, die mindestens ins 13. Jahrhundert datiert werden können. Unter dem Mittelschiff kamen 1950 bei einer Grabung zwei hochmittelalterliche Tuffsteinmauerzüge zum Vorschein, die von der Gruft einer einflussreichen Patrizierfamilie herrühren können. Ein menschliches Wadenbein an dieser Stelle stützt diese Annahme. Der Chor der heutigen Kirche wurde 1436 begonnen. 1484/85 baute man das Langhaus zur dreischiffigen Halle aus. Außen ist sie weiß gekalkt, unter dem Dachgesims des Chores läuft ein Kleeblattfries. Im Inneren tragen vier achteckige Pfeiler die Kreuzrippengewölbe, im Chor wölbt sich ein Sternrippengewölbe. An der Nordwand erzählen zwanzig Bilder in zwei Reihen das Leben des heiligen Blasius. Als Schöpfer des Hochaltars gilt der heimische Meister Jörg Lederer, der Altar trägt die Jahreszahl 1518. Als Nächstes geht es zu einem Kloster, in dem eine Frau lebte, die später heiliggesprochen wurde.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Kirche St. Blasius, die neben dem nordwestlichen Eckturm der Stadtbefestigung über der Altstadt steht. Sie ist spätgotisch und gilt als eines der bedeutendsten mittelalterlichen Baudenkmäler Schwabens. Der Chor wurde 1436 begonnen.

Für Kinder

Das ist die Kirche St. Blasius. Sie ist klein und steht direkt an der Stadtmauer. Oben auf der Mauer verläuft der Wehrgang, und der führt sogar durch die Kirche hindurch. Die Wächter der Stadt konnten dort beten, ohne ihren Posten zu verlassen. Auf dem Hochaltar stehen Heilige, die für die Handwerker der Stadt wichtig waren: für die, die mit Wolle arbeiteten, und für die, die Waffen herstellten. Siehst du den runden Backsteinturm daneben? Sein Dach ist spitz wie ein Kegel. Was meinst du: Wie fühlte sich ein Wächter, der hier oben stand?

Quellen

Koordinaten: 47.8812, 10.6169 · auf der Karte

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