Stadtohr

Stadtrundgang Kaufbeuren · Station 1 von 16

Fliegerhorst Kaufbeuren

· militär, luftwaffe, zeitgeschichte

Ausführlich

Willkommen in Kaufbeuren. Die Stadt liegt im bayerischen Allgäu, etwa in der Mitte zwischen München und Lindau. Sie war einst Reichsstadt und ist heute eine kreisfreie Mittelstadt mit mehr als sechsundvierzigtausend Einwohnern. Weil sie am Rand des Allgäus liegt, nennt sie sich auch Tor ins Allgäu. Unser Rundgang beginnt am Stadtrand, auf einer Anhöhe über Kaufbeuren. Sie stehen am Fliegerhorst. Das Gelände ist 231 Hektar groß, 216 davon liegen in Kaufbeuren, 15 in der Nachbargemeinde Ruderatshofen. Rund 190 Gebäude stehen hier. Die Geschichte beginnt 1934. Die Stadt verkaufte dem Deutschen Reich ein Grundstück an der Apfeltrangerstraße. Bis dahin lag dort das Tänzelhölzle, ein kleines Waldstück mit dem Tanzplatz des Tänzelfestes und einem Labyrinth. Noch im selben Jahr begann der Bau, unter anderem mit dem Reichsarbeitsdienst. Im Oktober 1935 begrüßte der Bürgermeister die ersten Rekruten. Erster Kommandeur einer Fliegerersatzabteilung war Karl Deinhardt, damals noch unter dem Namen Karl David. Er wurde später Oberbürgermeister von Kaufbeuren. Vor dem Krieg wurde hier international ausgebildet: 1938 Spanier und Rumänen, 1939 Bulgaren. Von Mai 1940 bis zum Kriegsende war eine Flugzeugführerschule hier. Zeitweise kamen auch Soldaten von der nordafrikanischen Front zur Erholung nach Kaufbeuren. Der Fliegerhorst stand auf den Karten der Alliierten, aber nur als Ersatzziel. Er blieb zusammen mit der Stadt von größeren Luftangriffen verschont. Dann kam das Ende. Am 27. April 1945 wurde der Fliegerhorst komplett geräumt. Die amerikanischen Bodentruppen fanden ihn verlassen, aber weitgehend intakt. Am selben Tag übergab der NSDAP-Bürgermeister Karl Deinhardt die Stadt kampflos den einrückenden Amerikanern. Danach nutzte die US Air Force den Platz als Kaufbeuren Air Base. Am 14. Dezember 1957 wurde die Anlage an die Bundesrepublik übergeben. Heute sind hier das Technische Ausbildungszentrum der Luftwaffe, der örtliche Luftsportverein mit seiner Segelfliegerei und ein Polizeihubschrauber zu Hause. Für die Stadt zählt das, denn die Bundeswehr ist einer der größten Arbeitgeber. Wir gehen jetzt in die Altstadt. Die nächste Station ist eine kleine Kirche an der Stadtmauer: St. Blasius.

Kurzfassung

Sie stehen am Fliegerhorst Kaufbeuren, einem Militärflugplatz am Rand der Stadt, auf einer Anhöhe über Kaufbeuren. Er besteht seit 1935. Zuerst gehörte er der Luftwaffe der Wehrmacht, später der Luftwaffe der Bundeswehr. Hier beginnt der Rundgang.

Für Kinder

Weißt du, was ein Fliegerhorst ist? Das ist ein Flugplatz für Soldaten. Du stehst am Fliegerhorst von Kaufbeuren, auf einem Hügel am Rand der Stadt. Früher war hier ein kleines Waldstück mit einem Tanzplatz für das Tänzelfest. Die Stadt hat das Grundstück 1934 verkauft, und dann wurde gebaut. Seit 1935 gibt es den Fliegerhorst. Heute werden hier Soldaten der Luftwaffe ausgebildet. Gleich gehen wir in die Altstadt. Dort steht eine alte Kirche direkt an der Stadtmauer.

Quellen

Koordinaten: 47.8724, 10.613 · auf der Karte

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