Sie stehen vor dem Stadtmuseum Kaufbeuren. Seit 2013 zeigt es in einem historischen Altstadtgebäude auf vier Etagen die Geschichte der Reichsstadt Kaufbeuren, auch ihre Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Gegründet wurde es 1879. Damit gehört es zu den ältesten stadtgeschichtlichen Museen in Bayerisch-Schwaben. Der Anfang war bescheiden: das „Lokalmuseum“, vom Kunsthändler und Magistratsrat Willibald Filser im Rathaus der Stadt eingerichtet, zwei Räume, ab 1880 öffentlich zugänglich. 1901 entstand im Kaisergäßchen die Ausstellung „Volkskunst im Allgäu“. Wegen ihres großen Erfolgs blieb ein Teil dauerhaft als „Museum für Volkskunst“. 1934 vereinte man die Sammlungen unter einem Dach, weil die Stadtverwaltung ihre Räume im Rathaus selbst brauchte. 2002 musste das Museum wegen statischer Probleme schließen. Erst am 7. Juni 2013 öffnete es wieder, nach über zehn Jahren und einer umfangreichen Sanierung. Was gibt es zu sehen? Rund dreihundert Kruzifixe aus neun Jahrhunderten, von kirchlicher Kunst bis zu Kreuzen der Volksfrömmigkeit. Rund achtzig protestantische Hinterglasbilder, die in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Kaufbeuren entstanden. Und im obersten Stockwerk eine Ausstellung über die literarischen Söhne und Töchter der Stadt: Ludwig Ganghofer, 1855 in Kaufbeuren geboren, Sophie la Roche, 1730 hier geboren und eine der ersten deutschsprachigen Autorinnen, und Hans Magnus Enzensberger. Das Museum stellt sich auch den dunklen Jahren der Stadt. Seit 2015 setzt es sich intensiver mit der Zeit des Nationalsozialismus auseinander. 2019 eröffnete die Sonderausstellung „Kaufbeuren unterm Hakenkreuz“. Auf Initiative des Museums wurden 2020 erstmals Stolpersteine verlegt. Zu dieser Geschichte gehört: Von Mai 1944 bis April 1945 bestand in Kaufbeuren ein KZ-Außenlager, in dem zwischen 300 und 600 Häftlinge für BMW Zwangsarbeit leisten mussten. Und aus der Heil- und Pflegeanstalt, dem heutigen Bezirkskrankenhaus, wurden etwa zweitausend psychisch kranke Kinder, Frauen und Männer in der „Euthanasie“-Aktion T4 deportiert. Ein Gedenkbuch erinnert an die Kaufbeurer Opfer.
Sie stehen vor dem Stadtmuseum Kaufbeuren, das 1879 gegründet wurde. Es ist eines der ältesten stadtgeschichtlichen Museen in Bayerisch-Schwaben. Seit der Wiedereröffnung 2013 zeigt es auf vier Etagen die Geschichte der Reichsstadt Kaufbeuren.
In diesem Museum findest du die Geschichte von Kaufbeuren. Es wurde 1879 gegründet, damals waren es nur zwei Räume im Rathaus. Heute hat es vier Stockwerke. Im Erdgeschoss findest du rund dreihundert Kreuze, einige davon aus Elfenbein, Porzellan und Bronze. Ganz oben geht es um Menschen, die Bücher geschrieben haben. Ludwig Ganghofer und Sophie la Roche wurden in Kaufbeuren geboren. Es gibt auch Stationen zum Mitmachen und zum Hören. Wie viele Stockwerke musst du hochsteigen, bis du bei den Büchern bist?
Koordinaten: 47.879747222, 10.619322222 · auf der Karte