Sie stehen vor St. Martin, der katholischen Stadtpfarrkirche. Schauen Sie hinauf: Ihr Turm ist weithin sichtbar und beherrscht das Stadtbild. An dieser Stelle lässt sich die frühe Geschichte der Stadt erzählen. Ausgangspunkt der Siedlung war vermutlich ein fränkisch-karolingischer Reichshof, der Mitte des 8. Jahrhunderts gegründet wurde. Er diente als Verwaltungssitz, um das Umland zu besiedeln, und lag nahe am Lech, der die Grenze zum bayerischen Herzogtum bildete. Bei Grabungen im Chor fand man 1978 die Reste von vier Apsiden, die auf Vorgängerbauten zurückgehen. Der älteste Rest kann zu einer frühmittelalterlichen Königshofkirche gehören, auch wenn die Datierung archäologisch nicht gesichert ist. Der heilige Martin passt dazu, denn er gilt als Haus- und Hofheiliger der Frankenkönige. Ein weiterer Fund gehört zu einer Kapelle, die wahrscheinlich zu einer Burganlage auf dem heutigen Kirchplatz zählte. Ab 1112 sind die Freiherren von Buron schriftlich belegt. Als Heinrich der Jüngere von Buron 1167 starb, war die Familie im Mannesstamm erloschen. Herzog Welf VI. brachte den Ort an sich und schloss mit seinem Neffen, dem Stauferkaiser Friedrich Barbarossa, einen Erbvertrag. Nach Welfs Tod 1191 fiel der Besitz an die Staufer. In der welfischen Zeit wurde die Burgkapelle zur Kirche vergrößert, und wahrscheinlich erhielt St. Martin damals die Pfarrrechte. Um 1200 wurde daraus eine romanische Basilika. Sie fiel 1325 einem Brand zum Opfer, man baute gotisch neu. Vom romanischen Bau sind nur das Südportal und der Taufstein erhalten. Das heutige Gebäude entstand von 1438 bis 1443, der Augsburger Bischof Peter Kardinal von Schaumberg weihte es persönlich. Die Stadt war inzwischen Reichsstadt: Am 3. Februar 1286 hatte König Rudolf I. von Habsburg sie privilegiert. Um 1520 kam der Protestantismus nach Kaufbeuren. 1545 wurde diese Kirche nach protestantischen Vorstellungen komplett umgestaltet, und der Stadtrat übernahm das Recht, die Pfarrei zu besetzen. Beide Konfessionen nutzten sie dann gemeinsam, bis die evangelische Dreifaltigkeitskirche gebaut war. Im Dreißigjährigen Krieg gingen bei elf Stadtplünderungen große Teile der Einrichtung verloren.
Sie stehen vor der Stadtpfarrkirche St. Martin. Ihr weithin sichtbarer Turm beherrscht das Stadtbild von Kaufbeuren. Die Pfarrei wird 1308 erstmals erwähnt, der heutige Bau entstand von 1438 bis 1443. Bei Grabungen im Chor fand man 1978 die Reste von vier Vorgängerbauten.
Der Turm dieser Kirche ist so hoch, dass man ihn weithin sieht. Er gehört zur Kirche St. Martin. Im Chor haben Forscher 1978 Mauerreste von vier älteren Bauten gefunden. Der älteste war vielleicht eine Kirche für den Königshof der Franken. Der heilige Martin war nämlich der Heilige der fränkischen Könige. Später brannte eine Kirche an dieser Stelle ab, und man baute neu. Die Kirche, wie sie heute steht, wurde zwischen 1438 und 1443 gebaut. Wie viele Bauten standen schon hier, bevor sie gebaut wurde?
Koordinaten: 47.8802, 10.621 · auf der Karte