Sie stehen am Zwehrenturm, am oberen Ende des Steinwegs, gegenüber dem Elisabethhospital. Er ist ein Überbleibsel der ehemaligen Stadtbefestigung Kassels, die zwischen 1767 und 1774 abgetragen wurde. Neben dem Druselturm ist er eines der wenigen erhaltenen mittelalterlichen Bauwerke in Kassel. Gebaut wurde er im Jahr 1330 im gotischen Stil, als Bestandteil der Stadtmauer des neu gegründeten Stadtteils Freiheit, und er diente als Stadttor in Richtung Frankfurt. Die Außenmauern sind bis auf Fensteröffnungen und Dachgeschoss unverändert, ursprünglich trug der Turm eine pyramidale Haube. In der engen Durchfahrt des Tores ereigneten sich immer wieder schwere Unfälle. Deshalb baute man 1597 das Neue Tor in der Nähe des heutigen Königsplatzes und schloss das Zwehrener Tor. Dann das Gefängnis. Bis ins 17. Jahrhundert war im unteren Teil des Turms ein Gefängnis für Häftlinge besserer Stände eingerichtet, die meist aus dem Umfeld des hessischen Hofes kamen. Karg war es trotzdem. Ein Inventar von 1612 nennt lediglich zwei Bänke, einen Tisch und einen kleinen Ofen. Im Magazin des Hessischen Landesmuseums soll sich eine Folterbank aus dem Turm befinden. Bis 1639 floss die Drusel durch das Tor und ergoss sich dort in den Befestigungsgraben. Schauen Sie an die Ostfront: Dort wurde 1554 ein landesherrliches Wappenrelief angebracht. Dann der Blick in den Himmel. 1709 ließ Landgraf Karl den Turm zu einer Sternwarte mit drehbarer Kuppel umbauen, nachdem die bisherige Sternwarte im Landgrafenschloss hierher verlagert worden war. Schon 1714 ließ er das heutige Palais Bellevue als neue, größere Sternwarte erbauen. Wie stark der Zwehrenturm später noch genutzt wurde, ist unklar. Die Kuppel, per Laufräder und Handkurbel drehbar, soll sich wegen ihrer starken Schwankungen nicht bewährt haben. Das Drehwerk wurde später in die Kuppel des Ottoneums eingebaut. 1779 ließ Landgraf Friedrich II. die Sternwarte mit dem neu erbauten Fridericianum verbinden. Der Kuppelhelm wurde abgebrochen und von Simon Louis du Ry durch den heute noch vorhandenen achteckigen Observatoriumsraum ersetzt. Bis 1913 befand sich hier die astronomische Sammlung. Heute werden die Räume im Museumsbetrieb der Kunsthalle Fridericianum genutzt. Zur documenta 6 im Jahr 1977 wurde auf dem Turm ein Teil der Laserinstallation von Horst H. Baumann errichtet, die den Zwehrenturm, die Orangerie und den Herkules mit Laserstrahlen verbindet. Als Laserscape Kassel ist sie in veränderter Form bis heute in Betrieb.
Sie stehen am Zwehrenturm, am oberen Ende des Steinwegs. Er wurde 1330 im gotischen Stil erbaut und war ein Stadttor in Richtung Frankfurt. Später diente er als Gefängnis und als Sternwarte. Heute ist er in das Museum Fridericianum integriert.
Du stehst an einem Turm, der 1330 gebaut wurde. Er war einmal ein Stadttor, durch das man Richtung Frankfurt aus der Stadt fuhr. Die Durchfahrt war so eng, dass es immer wieder schwere Unfälle gab. Darum schloss man das Tor 1597. Später war im Turm ein Gefängnis, dann eine Sternwarte, von der aus man den Himmel beobachtete. Die Kuppel der Sternwarte konnte man mit Laufrädern und einer Handkurbel drehen. Sie schwankte aber so stark, dass sie sich nicht bewährte. Wofür würdest du den Turm heute nutzen?
Koordinaten: 51.3137, 9.49839 · auf der Karte