Sie stehen vor der Martinskirche. Sie ist eine evangelische Pfarrkirche und die Predigtstätte des Bischofs der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Die gotische Kirche wurde vor 1364 begonnen und 1462 geweiht. Der Bau ging langsam voran. 1330 entstand der neue Kasseler Stadtteil Freiheit, und damit wurde eine weitere Kirche nötig. 1343 erteilte der Mainzer Weihbischof einen Ablass für alle, die sich am Bau finanziell beteiligten. 1366 und 1367 wurde ein Chorherren-Stift eingerichtet. Nach zwei weiteren Bauphasen stürzten 1440 einige Gewölbe im Hauptschiff ein. Die endgültige Weihe war erst 1462. Der Südturm erhielt 1564 und 1565 seine achteckigen Aufbauten mit einer welschen Haube. Dann die Reformation. Mit dem Übertritt von Landgraf Philipp zum protestantischen Glauben war die Kirche ab 1524 evangelisch. Sie wurde auch zur Grabstätte: Vom Anfang des 16. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts wurden hier die hessischen Landgrafen beigesetzt. Der Grund steht in einer Quelle. Die bisherige Grablege der Landesherren, die Elisabethkirche in Marburg, gehörte bis 1570 noch dem Deutschen Orden und war damit katholisch. Deshalb wurde unter dem Chor eine erste Fürstengruft ausgehoben. Die erste Beisetzung ist 1535 nachweisbar, ein Sohn Philipps, der im Kindesalter gestorben war. Bis 1637 wurden hier alle Landgrafen von Hessen-Kassel und ihre Familienangehörigen beigesetzt. Von besonderer Bedeutung ist das Epitaph für Landgraf Philipp. Es ist fast zwölf Meter hoch, aus Marmor und Alabaster, und entstand von 1567 bis 1572 im Auftrag seines Sohnes Wilhelm IV. Beim Wiederaufbau wurde es aus dem Chor in die Mitte des Längsschiffes verlegt. Dann 1943. Britische Fliegerbomben beschädigten die Kirche stark, die Langhausgewölbe und -pfeiler stürzten ein. Beim Wiederaufbau von 1954 bis 1958 entschied sich der Architekt Heinrich Otto Vogel aus Trier, das Kirchenschiff zu rekonstruieren, für die Türme aber eine moderne Formensprache zu wählen. Schauen Sie zu den Türmen hinauf, an ihnen sehen Sie den Unterschied. Am 1. Juni 1958 wurde die Martinskirche neu geweiht. Auch die Gruften litten. Von 38 Särgen der zweiten Gruft sind sechs der bedeutendsten nur noch in Fragmenten erhalten, die Gebeine sind weitgehend verschollen. Den größten Schaden richtete laut Quelle die Gemeinde selbst an, indem sie 1953 die Gruft mit einem Bagger enttrümmern ließ. Die erste Gruft überstand den Krieg leicht beschädigt und wurde vermauert. Zum Schluss ein Nebenstrang der großen Politik: In westphälischer Zeit versuchte König Jérôme, das Domkapitel von Paderborn nach Kassel zu verlegen und die Martinskirche zur Kathedrale zu machen. Diese Pläne soll ihm sein Bruder Napoléon Bonaparte untersagt haben.
Sie stehen vor der Martinskirche, der Predigtstätte des Bischofs der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Die gotische Kirche wurde vor 1364 begonnen und 1462 geweiht. Von Anfang des 16. bis Ende des 18. Jahrhunderts wurden hier die hessischen Landgrafen beigesetzt.
Du stehst vor einer großen Kirche, der Martinskirche. Sie wurde 1462 geweiht. Unter dem Chor liegen die Landgrafen begraben, die früher in Hessen regierten. 1943 trafen Bomben die Kirche, und das Gewölbe im Langhaus stürzte ein. Danach baute man sie wieder auf und weihte sie 1958 neu. Die Kirche hat zwei Türme. Das Kirchenschiff haben die Baumeister nachgebaut, die Türme haben sie modern gestaltet. Siehst du den Unterschied?
Koordinaten: 51.317153, 9.501097 · auf der Karte