Stadtohr

Stadtrundgang Kassel · Station 2 von 16

Friedrichsplatz

1768 · platz, documenta, landgraf friedrich ii., stadtplanung

Ausführlich

Sie stehen auf dem Friedrichsplatz. Mit etwa 340 mal 112 Metern ist er einer der größten innerstädtischen Plätze Deutschlands. Benannt ist er nach Landgraf Friedrich II. von Hessen-Kassel, und bekannt ist er als Mittelpunkt der documenta, die alle fünf Jahre stattfindet. Wie der Platz entstand: Die Oberneustadt, eine barocke Stadterweiterung für eingewanderte Hugenotten, wurde ab 1685 auf einem ehemaligen Weinberg erbaut. 1688 legte man davor eine Esplanade mit Baumreihen an, nach Plänen von Paul du Ry. Ab 1762 wurde die Stadtbefestigung geschleift, und 1768 wurde der Platz nach der Konzeption von Simon Louis du Ry planmäßig angelegt. Er sollte die historische Altstadt begrenzen und zugleich Altstadt und Oberneustadt verbinden. Schauen Sie nach Südosten, zum Steilhang der Karlsaue. Diese Seite sollte frei von Bebauung bleiben, als Fenster mit freiem Ausblick zum Fuldatal. Das Friedrichs- oder Auetor, von 1779 bis 1782 gebaut, setzte dort einen Akzent. Es wurde 1907 abgerissen, um einem Hoftheater Platz zu machen, das 1909 als Königliches Staatstheater eröffnete. Dieses Theater wurde 1943 stark kriegsbeschädigt und nach erregter öffentlicher Debatte 1953 endgültig abgerissen. Damit war das Fenster zur Karlsaue wieder offen. Das neue Staatstheater entstand 1959, die documenta-Halle steht seit 1992 im Hang, und der Blick zur Karlsaue und Orangerie blieb frei. Seit der documenta 6 im Jahr 1977 akzentuiert ihn der Rahmenbau der Gruppe Haus-Rucker-Co. Die Geschichte des Platzes hat auch eine dunkle Seite. Schon im Kaiserreich und besonders in der Zeit des Nationalsozialismus war die ursprüngliche Gestaltung mit Rasenflächen und geometrischen Wegen nicht mehr vorhanden. Der Platz wurde häufig zum Exerzieren, für Aufmärsche und Militärparaden genutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg hieß er für kurze Zeit Friedrich-Ebert-Platz. Dann die Kunst. Auf der Nordostseite steht das Museum Fridericianum, von 1769 bis 1779 als bedeutendes Bauwerk des Klassizismus und als öffentliches Museum errichtet, von Simon Louis du Ry. Seit der ersten documenta 1955 wird der Platz für Plastiken und Außenkunstwerke genutzt, einige sind geblieben. Dazu gehört die Kopfplatte des Vertikalen Erdkilometers von Walter De Maria von der documenta 6: Er ließ eine 1000 Meter lange Messingstange im Erdreich versenken. Und 1982 begann hier die Aktion von Joseph Beuys. Unter dem Platz liegt eine Tiefgarage mit 980 Parkplätzen, am 4. Juli 1996 eingeweiht. Bei den Bauarbeiten wurden große Teile der ehemaligen Stadtbefestigung freigelegt. Ein kleiner Teil und einige Schauvitrinen sind heute im Parkdeck zu sehen.

Kurzfassung

Sie stehen auf dem Friedrichsplatz, mit etwa 340 mal 112 Metern einer der größten innerstädtischen Plätze Deutschlands. Er wurde 1768 planmäßig angelegt und ist nach Landgraf Friedrich II. benannt. Heute ist er der Mittelpunkt der documenta, die alle fünf Jahre stattfindet.

Für Kinder

Du stehst auf einem der größten Plätze mitten in einer deutschen Stadt. Er ist etwa 340 Meter lang und 112 Meter breit. Der Platz wurde im Jahr 1768 geplant und gebaut, und er ist nach dem Landgrafen Friedrich II. benannt. Alle fünf Jahre ist er der Mittelpunkt der documenta, einer großen Ausstellung mit moderner Kunst. Unter dem Platz liegt eine Tiefgarage für 980 Autos. Dort kann man noch Reste der alten Stadtbefestigung sehen. Schau dich um: Wie viele Kunstwerke entdeckst du?

Quellen

Koordinaten: 51.3133, 9.49667 · auf der Karte

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