Willkommen in Kassel. Wir beginnen mit einem Kunstwerk, das Sie auf dem ganzen Rundgang begleiten wird. Wo Sie in Kassel auch stehen: Achten Sie auf Bäume mit einem Basaltstein daneben. Das sind die 7000 Eichen von Joseph Beuys. Zuerst ein Satz zur Stadt. Kassel ist die einzige Großstadt Nordhessens. Seit 1277 war sie Hauptstadt der Landgrafschaft Hessen, später der Landgrafschaft Hessen-Kassel, des Königreichs Westphalen und des Kurfürstentums Hessen. Residenzen und Schlösser zeugen bis heute davon. Alle fünf Jahre findet hier die documenta statt, eine weltweit bedeutende Ausstellung zeitgenössischer Kunst. 1982, zur documenta 7, ließ Beuys 7000 Basaltstelen als keilförmiges Dreieck auf dem Friedrichsplatz vor dem Fridericianum aufhäufen. An der Spitze pflanzte er am 16. März 1982 die erste Eiche neben ihre Stele. Der Titel hieß Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung. Das Prinzip: Wer 500 D-Mark spendete, durfte einen Basaltblock entfernen und dafür an anderer Stelle ein Eichenbäumchen einpflanzen, dem der Stein zugesellt wurde. Je mehr Bäume in Kassel gepflanzt würden, desto kleiner würde die Plastik. Beuys betrachtete Bäume als Wesen, denen die Rechte fehlen. Er wollte sie rechtsfähig machen. Nicht alle waren begeistert. Bürger beschimpften ihn als Scharlatan. Der Steinhaufen wurde noch 1982 mit rosa Farbe übergossen. Viele erwarteten statt einer Stadtverschönerung mehr Laub und Vogeldreck. Als sich ein Motorradfahrer an einem Basaltstein zu Tode fuhr, wurde der Protest größer. Mit den Jahren nahm die Akzeptanz zu. Das Geld: Ein Baum kostete 500 Mark. Die Dia Art Foundation in New York leistete einen Beitrag zum Anlauf, aber die Spenden reichten nicht, und Beuys brachte einen großen Teil selbst auf. 1982 zerlegte er vor Publikum eine Kopie der Krone des Zaren Iwan, schmolz sie ein und goss daraus Der Friedenshase, der für 777.000 D-Mark verkauft wurde. 1984 warb er im japanischen Fernsehen für einen Whisky und erhielt dafür 400.000 D-Mark. Insgesamt kostete das Werk rund 4,3 Millionen Mark und gilt als eine der teuersten Kunstaktionen seiner Zeit. Beuys erlebte das Ende nicht mehr. Er starb am 23. Januar 1986. Am 12. Juni 1987, während der documenta 8, pflanzte sein Sohn Wenzel Beuys den letzten Baum neben die erste Eiche vor dem Fridericianum. Nur etwa die Hälfte der Bäume sind Eichen, daneben stehen Eschen, Linden, Rosskastanien, Ahorn und Platanen. Die meisten wurden als Straßenbegleitgrün auf städtischen Flächen gepflanzt, viele auf Grundstücken von Schulen und Kindergärten.
Sie stehen bei einem Kunstwerk, das über ganz Kassel verteilt ist: 7000 Eichen von Joseph Beuys, vorgestellt 1982 auf der documenta 7. Beuys ließ über mehrere Jahre 7000 Bäume pflanzen, jeweils mit einem Basaltstein daneben. Abgeschlossen wurde das Werk 1987.
Du stehst in einer Stadt mit einem besonderen Kunstwerk: 7000 Eichen. Der Künstler Joseph Beuys hat sie pflanzen lassen, und zu jedem Baum gehört ein Stein aus Basalt. Am Anfang lag ein riesiger Haufen aus 7000 Steinen auf dem Friedrichsplatz. Wer 500 D-Mark spendete, durfte einen Stein wegnehmen und dafür einen Baum pflanzen. So wurden es immer mehr Bäume. Die erste Eiche steht vor dem Fridericianum. Such einmal einen Baum mit einem Stein daneben. Wie groß ist der Stein?
Koordinaten: 51.3133, 9.49722 · auf der Karte