Sie stehen vor Schillers Gartenhaus im Schillergäßchen 2. Es ist eine von nur zwei erhaltenen Wohnstätten Schillers in Jena und die einzige, die man besichtigen kann. Jena war der Ort, an dem er am längsten gelebt hat: 1789 bis 1799. Schiller erwarb das um die Mitte des 18. Jahrhunderts errichtete Haus im März 1797 für 1050 Taler, als Zweitwohnung und Gartenhaus. Der Grund für den Kauf war nicht Repräsentation, sondern Gesundheit. Familie und Freunde, vor allem Goethe, hatten ihm geraten, an die frische Luft zu gehen. Gehen wir durch das Haus, wie es damals war. Im Erdgeschoss lagen eine Veranda, ein Kinderzimmer und die Mägdekammer. Die Kinder, Carl und Ernst, konnten von dort direkt in den Garten schauen. Im ersten Obergeschoss richtete Charlotte Schiller einen Salon ein, dahinter lag ihr Schlafgemach. Sie teilte es angeblich nicht mit ihrem Mann, weil dieser mitten in der Nacht aufzustehen pflegte, wenn ihm eine Idee gekommen war. Im zweiten Obergeschoss hatte Schiller sein Arbeitszimmer mit Bibliothek. Das Schreibpult war so ausgerichtet, dass man in den Garten hineinblickt. Hinter dem Arbeitszimmer stand in einer kleinen Kammer sein Bett. Und die Küche? Die wurde aus dem Haus heraus in die nordwestliche Ecke des Gartens verlegt, weil Schiller im Haus keine Küchengerüche mochte. Die Bauarbeiten dafür sorgten lange für Lärm und störten seine Arbeit empfindlich. Schauen Sie in die südwestliche Ecke des Gartens. Dort ließ Schiller 1798 ein Türmchen bauen. Unten war ein Bad, oben ein kleines Arbeitszimmer mit Ausblick. Goethe nannte den Turm Schillers Gartenzinne, weil er wie eine Zinne auf der Mauer stand. Ringsum gediehen vor allem Spargel, Kartoffeln und Mangold. Unter einer Pergola steht bis heute ein runder Steintisch. An ihm saß Schiller mit Gästen, allen voran Goethe, der 1827 zu Eckermann sagte, in dieser Laube hätten sie oft an diesem alten Steintisch gesessen und manches gute und große Wort miteinander gewechselt. In diesem Arbeitszimmer und in der Gartenzinne entstanden große Teile des Wallenstein und der Anfang der Maria Stuart, dazu zahlreiche Balladen, 1801 auch Teile der Jungfrau von Orleans. Zu Gast waren hier außerdem Schelling, Alexander von Humboldt und Johann Gottlieb Fichte. Im Dezember 1799 zog Schiller nach Weimar. Das Gartenhaus gab er zunächst nicht auf, er verpachtete es und verkaufte es 1802 an den Juristen Anton Friedrich Justus Thibaut. Heute gehört es der Friedrich-Schiller-Universität, die hier ein Museum und einen Ort für Vorträge unterhält. Das Grundstück wurde nach einem historischen Gartenplan rekonstruiert, den Schiller von einem Studenten geschenkt bekommen hatte. In direkter Nachbarschaft liegt die alte Universitäts-Sternwarte, an der wir eben waren. Deren erstes Gebäude war ein Anbau am Hause Schillers.
Sie stehen vor Schillers Gartenhaus im Schillergäßchen 2. Friedrich Schiller kaufte es im März 1797 für 1050 Taler und wohnte hier in den Sommern von 1797 bis 1799. Hier entstanden große Teile des Wallenstein und der Anfang der Maria Stuart. Heute ist es ein Museum der Universität.
Hier hat der Dichter Friedrich Schiller gewohnt, in den Sommern von 1797 bis 1799. Das Haus kaufte er 1797 für 1050 Taler. Eigentlich sollte er wegen seiner Gesundheit mehr draußen sein, das hatten ihm seine Freunde geraten, besonders Goethe. In der Ecke des Gartens baute Schiller sich 1798 einen kleinen Turm zum Arbeiten. Goethe nannte ihn Schillers Gartenzinne. Hier schrieb Schiller große Teile seines Stücks Wallenstein. Im Garten wuchsen Spargel, Kartoffeln und Mangold. Wo arbeitest du am liebsten?
Koordinaten: 50.9258, 11.5833 · auf der Karte