Stadtohr

Stadtrundgang Jena · Station 9 von 16

Ernst-Abbe-Denkmal

· denkmal, abbe, kunst, spenden

Ausführlich

Sie stehen vor dem Ernst-Abbe-Denkmal, einer Gedenkhalle für den Physikprofessor und Sozialreformer Ernst Abbe. Auf Veranlassung des Verlegers Eugen Diederichs wurde der Abbe-Tempel in den Jahren 1908 bis 1911 errichtet: ein achteckiger Zentralbau aus Kalkstein, mit vier Portalen und einer Lichtkuppel in Stahlbeton. Das Denkmal gilt als monumentales Gesamtkunstwerk europäischen Ranges. Es steht unmittelbar an der Wirkungsstätte Abbes, am Carl-Zeiß-Platz, gegenüber dem Optischen Museum. Gehen Sie einmal ganz herum, alle acht Seiten, und schauen Sie dann hinauf in die Kuppel. Das Licht kommt von oben, und das ist in dieser Stadt kein beiläufiges Detail. Nun zu den Namen, die hier zusammenkommen, denn sie sind der eigentliche Grund, einen Moment zu bleiben. Der architektonische Entwurf stammt von Henry van de Velde. Die marmorne Herme Abbes schuf Max Klinger. Constantin Meunier trug vier fast vollplastische Bronzereliefs bei, und deren Themen sind das Bemerkenswerte: Industrie, Bergbau, Ernte und Hafen. Kein Mikroskop, keine Linse, kein Labor. An einem Denkmal für einen Optiker und Industriellen stehen die Arbeit und die Arbeitenden. Das passt zu dem Wort Sozialreformer, das in jeder Beschreibung Abbes mitläuft, und es passt zur Finanzierung. Die beträchtlichen Baukosten von 115.000 Mark wurden aus Spendengeldern der Jenaer Bevölkerung gedeckt. Nicht aus einer Fürstenkasse, nicht aus dem Staatshaushalt. Die Stadt hat ihrem Physiker selbst einen Tempel bezahlt. Am 30. Juli 1911 erfolgte die feierliche Einweihung mit einem akademischen Zeremoniell, in Anwesenheit der beteiligten Künstler. Danach kamen Jahrzehnte der Vernachlässigung. Erst in einer Grundsanierung von 1994 bis 1999 wurden unter anderem die fehlenden Bronzetüren rekonstruiert. Es gibt in Jena noch ein zweites Gedenkzeichen für Abbe, und seine Geschichte ist verwickelt. Am Fürstengraben 23, vor der Alten Universität, steht ein Gedenkstein. Er geht auf ein Denkmal für den Pädagogen Wilhelm Rein zurück. Die dazugehörige Jünglingsfigur wurde im Zweiten Weltkrieg requiriert. Anlässlich des 70. Todestages von Abbe ersetzte man sie durch einen Entwurf von Karl Sommerer, und 1977 wurde das umgewidmete Denkmal eingeweiht. Ein Denkmal, das einmal einem anderen gehörte: Auch das gehört zur Erinnerungsgeschichte dieser Stadt.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Ernst-Abbe-Denkmal, einer Gedenkhalle für den Physikprofessor und Sozialreformer Ernst Abbe. Der achteckige Zentralbau aus Kalkstein entstand von 1908 bis 1911, der Entwurf stammt von Henry van de Velde. Die Baukosten von 115.000 Mark kamen aus Spenden der Jenaer Bevölkerung.

Für Kinder

Dieses runde Haus ist kein Haus zum Wohnen. Es ist ein Denkmal für Ernst Abbe. Er war Physiker in Jena und hat verstanden, wie Linsen in Mikroskopen funktionieren. Er hat sich außerdem dafür eingesetzt, dass es den Arbeitern in der Fabrik besser geht. Gebaut wurde das Denkmal von 1908 bis 1911. Das Geld dafür, 115.000 Mark, haben die Menschen in Jena selbst gespendet. Innen gibt es vier Bilder aus Bronze: Arbeit in der Fabrik, im Bergwerk, auf dem Feld und im Hafen. Schau nach oben: Das Licht kommt durch die Kuppel.

Quellen

Koordinaten: 50.9279, 11.5801 · auf der Karte

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