Sie stehen vor dem Deutschen Optischen Museum, kurz D.O.M., einem naturwissenschaftlich-technischen Museum am Carl-Zeiß-Platz 12. Zuerst das Praktische: Seit dem 7. Juli 2019 ist das Haus geschlossen, voraussichtlich bis 2028. Zuerst liefen bauvorbereitende Maßnahmen, dann die Kernsanierung und die vollkommene Neugestaltung der Ausstellung. Künftig sollen optische Phänomene des Alltags und technisch genutzte Effekte experimentell erlebbar gemacht werden, zusammen mit historischen Instrumenten. Das Haus will ein Schaufenster der Optikforschung sein. In den Stammdaten dieser Station steht als Jahr 1988. Eine Quelle nennt für 1988 die Eröffnung der historischen Zeiss-Werkstatt und die Umbenennung in Zeiss-Museum, die Gründung des Optischen Museums aber für Juni 1922. Ich nenne Ihnen die ältere Angabe und sage dazu, dass es zwei gibt. Und nun die Geschichte, die mit einer Reparaturwerkstatt beginnt. Neben der Produktion von Mikroskopen reparierte Carl Zeiss auch optische Geräte anderer Hersteller, auch um die Entwicklung der Konkurrenz zu verfolgen. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert begannen seine Mitarbeiter, optische Instrumente zusammenzutragen. Daraus wurde im Juni 1922 das von der Carl-Zeiss-Stiftung gegründete Optische Museum. Die Ausstellung lag zunächst im benachbarten Volkshaus, zu dem wir gleich gehen. Das Gebäude, vor dem Sie stehen, war für andere gebaut: für die 1917 gegründete Staatliche Optikerschule Jena, nach Entwurf der Architekten Johannes Schreiter und Hans Schlag. Die Stahlbetonkonstruktion entstand 1923 und 1924. Im Oktober 1924 zog die Ausstellung in die fertiggestellte Optikerschule. Öffentlich war sie nicht: Die Sammlung stand nur einem ausgewählten Personenkreis zur Forschung zur Verfügung. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Ausstellung 1941 und 1942 zum Schutz in unterirdische Fabrikationsstätten in der Umgebung Jenas gebracht. 1946 wurde das Optische Museum, anders als das Zeiss-Werk, von der sowjetischen Besatzungsmacht nicht demontiert. Ab 1965 war die Ausstellung für die Öffentlichkeit zugänglich, vorerst aber im Griesbachschen Gartenhaus. 1976 und 1977 erfolgte der Wiedereinzug in das Gebäude am Carl-Zeiss-Platz. Zum 100. Todestag von Carl Zeiss wurde im Dezember 1988 im Volkshaus die historische Zeiss-Werkstatt von etwa 1860 eröffnet, 2002 wurde sie in das Museum verlegt. 1992 übernahm die Ernst-Abbe-Stiftung die Trägerschaft, 2016 gründeten Carl-Zeiss-Stiftung, Ernst-Abbe-Stiftung, Carl Zeiss AG, Stadt und Universität die Stiftung Deutsches Optisches Museum. Ein letzter Punkt: Das Museum betreibt intensive Provenienzforschung zu seinen eigenen Beständen, die oftmals aus kolonialen Zusammenhängen stammen, veranstaltet dazu internationale Tagungen und gibt eine eigene Schriftenreihe heraus.
Sie stehen vor dem Deutschen Optischen Museum am Carl-Zeiß-Platz 12. Gegründet wurde das Optische Museum im Juni 1922 von der Carl-Zeiss-Stiftung. Seit dem 7. Juli 2019 ist das Haus geschlossen, voraussichtlich bis 2028, wegen Kernsanierung und Neugestaltung. Hinein kommen Sie gerade nicht.
Hier ist ein Museum über Licht, Linsen und Brillengläser. Gerade kannst du nicht hinein: Seit 2019 wird das Haus umgebaut, und das dauert vermutlich bis 2028. Dann soll man die Sachen ausprobieren können und nicht nur anschauen. Angefangen hat die Sammlung in einer Werkstatt. Die Firma Carl Zeiss reparierte Geräte von anderen Firmen und schaute sich dabei genau an, wie die gebaut waren. Diese Geräte wurden gesammelt, und 1922 entstand daraus ein Museum. Welches Gerät mit Linsen kennst du?
Koordinaten: 50.927811111, 11.579275 · auf der Karte