Sie stehen vor St. Matthäus in der Schrannenstraße. Dieser Bau ist die erste protestantische Pfarrkirche in Ingolstadt, und wenn Sie den heutigen Weg verfolgt haben, wissen Sie, warum dieser Satz Gewicht hat. Diese Stadt profilierte sich als Zentrum der Gegenreformation. Ihre Universität war dafür der Motor, der Hochaltar im Münster wurde 1572 als Antwort auf den lutherischen Bildersturm aufgestellt, und an der Franziskanerkirche hängt der Grabstein des Mannes, der Luther 1518 entkommen ließ. Hier, einige Jahrhunderte später, steht das andere Bekenntnis zum ersten Mal in Stein. Der Weg dahin war lang. Evangelische Christen lebten schon seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert in Ingolstadt. 1823 wurde eine evangelische Gemeinde gegründet. Sie hatte zwanzig Jahre lang kein eigenes Haus, sondern war Gast in der Konvikt-Kaserne. Auch das passt zur Festungsstadt: der erste evangelische Gottesdienstraum lag in einer Kaserne. Weil die Zahl der Gemeindeglieder permanent anstieg, erwarb die Gemeinde Grundstücke hier in der Schrannenstraße. Den Entwurf lieferte Carl Alexander Heideloff. Am 1. Juni 1845 fand die Grundsteinlegung statt, am 15. November 1846 die Einweihung der Protestantischen Stadtpfarrkirche. Ihren heutigen Namen bekam sie erst 1955, als im Osten der Stadt mit der Lukaskirche eine zweite evangelische Kirche gebaut wurde. Schauen Sie den Bau von unten nach oben an. Ein Sockel aus weißen Kalksteinquadern, darüber Ziegelsteine. Dreischiffig, geostet, mit eingezogenem Polygonalchor, angefügter Sakristei und einem markanten westlichen Spitzturm. Zeittypische Backsteinarchitektur, und ortsbildprägend für die Plätze um die Schrannenstraße und den Holzmarkt. Der Ziegel verbindet diese Kirche mit dem Münster vom Anfang unseres Weges, aber hier ist er Zitat, nicht Notwendigkeit. Für die Pfeiler und die Deckenkonstruktion wurde Holz verwendet. Und nun das Besondere, das man von außen nicht sieht. Für Bayern dürfte einmalig sein, dass hier originale neugotische Außenarchitektur und moderne Innenraumgestaltung zusammentreffen. Zwischen 1959 und 1961 gestaltete Olaf Andreas Gulbransson den Kirchenraum um. Das alte Altarkreuz wanderte in den Eingangsbereich. 1960 kamen neue Chorfenster von Arno Bromberger von der Kunstakademie München. Der Raum erhielt eine einheitlich helle Farbe und schlichte Bänke. Dabei wurde auch weggenommen: die Tür an der südlichen Längswand zugemauert, die Empore auf der Nordseite abgebrochen, die Fensteröffnungen dort nach unten erweitert. Was dabei verloren ging, lässt sich benennen. Vom örtlichen Maler Johannes Eppelein stammten drei Wandgemälde: Moses mit den Gesetzestafeln, der Triumphbogen mit den fliegenden Engeln und der Prophet Jesaja an der rechten Emporenwand. Heute befindet sich nur noch der Jesaja in der Kirche.
Sie stehen vor St. Matthäus in der Schrannenstraße, der ersten protestantischen Pfarrkirche Ingolstadts. Die Gemeinde wurde 1823 gegründet, der Entwurf stammt von Carl Alexander Heideloff. Grundsteinlegung war am 1. Juni 1845, die Einweihung am 15. November 1846.
Du stehst vor einer Kirche aus Ziegelsteinen mit einem spitzen Turm. Sie ist die erste evangelische Kirche von Ingolstadt. Die evangelischen Leute trafen sich zwanzig Jahre lang in einer Kaserne, weil sie kein eigenes Haus hatten. Am 1. Juni 1845 wurde der erste Stein gelegt, und am 15. November 1846 war die Kirche fertig. Von außen sieht sie alt aus, wie im Mittelalter gebaut. Aber innen ist sie ganz modern und hell. Vor etwa siebzig Jahren wurde alles umgebaut. Was findest du besser: alt aussehen oder neu aussehen?
Koordinaten: 48.765585911, 11.42620116 · auf der Karte