Sie stehen vor der Franziskanerkirche Mariä Himmelfahrt. Das Erste, was auffällt, ist etwas, das fehlt. Diese Kirche hat keinen Turm. Sie hat nur einen kleinen Dachreiter, wie zahlreiche andere Kirchen der Franziskaner im Bettelordensstil. Ein Bettelorden baut keinen Turm. Die Maße sind trotzdem beachtlich: 71,70 Meter lang, 20,65 Meter breit, 28,60 Meter hoch, eine frühgotische dreischiffige flachgedeckte Basilika. Auch der Standort war eine Aussage. 1270 bewilligte der oberbayerische Herzog Ludwig der Strenge den Minderbrüdern den Bau eines Klosters außerhalb der ersten Stadtumwallung. Draußen, nicht drinnen. 1275 begann der Bau der Klosterkirche, 1277 wurde der Choraltar geweiht. Für den 13. Januar 1314 weisen die Chroniken den Besuch Kaiser Ludwigs des Bayern nach. Der Umbau in die heutige Form begann erst gegen Ende des 14. Jahrhunderts, etwa um 1383, und zog sich über Jahrzehnte. Gehen Sie hinein und schauen Sie auf den Boden und an die Wände. Über hundert Grabsteine und Epitaphien. Seit der Gründung der Universität Ingolstadt 1472 diente die Klosterkirche als Grabstätte der Professoren, aber auch der hohen Militärs der Stadt. Beide Gruppen in einem Raum, Gelehrte und Offiziere, Universitätsstadt und Landesfestung. Unter den Gräbern ist das des Astronomen Peter Apian. Ein Stein verdient Ihre Zeit. An der Außenseite des nördlichen Seitenschiffs hängt das Epitaph des Freisinger Domherrn Christoph Langenmantel vom Sparren, gestorben 1538. Dieser Mann brachte in der Nacht vom 19. auf den 20. Oktober 1518 Martin Luther heimlich aus der Stadt Augsburg und verhalf ihm zur Flucht. Halten Sie das einen Moment neben die Stadt, in der Sie stehen: Ingolstadt wurde zum Zentrum der Gegenreformation, hier lehrte Luthers Gegner Johannes Eck. Und an dieser Kirche hängt der Grabstein des Domherrn, der Luther entkommen ließ. Die Nutzungsgeschichte ist unruhig. 1802 wurde das Kloster säkularisiert. 1827 ließ König Ludwig I. die Franziskaner in Bayern wieder zu, und sie bekamen zunächst ein anderes, ebenfalls 1802 säkularisiertes Haus, das Kloster ob der Schutter. 1837 wurde diese Kirche hier Garnisonkirche. Als das Kloster ob der Schutter samt Kirche bei einem Luftangriff im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde, erhielten die Franziskaner ihre alte Kirche zurück. 2005 verließen die Franziskaner das Kloster, von 2006 bis März 2023 nutzten es Kapuziner. Damit sind wir in der Gegenwart. Nachdem im Mai 2023 der letzte Kapuziner gegangen war, fanden hier zunächst keine Gottesdienste mehr statt, und dem Gebäude drohte die Profanierung, die Entweihung. Ein Unterstützerkreis wendete die Schließung im Juni 2023 vorläufig ab. Vorläufig ist das Wort, das in einer Quelle steht. Die weitere Verwendung der Kirche ist unklar.
Sie stehen vor der Franziskanerkirche Mariä Himmelfahrt, einer frühgotischen dreischiffigen Basilika. Herzog Ludwig der Strenge bewilligte das Kloster 1270, der Kirchenbau begann 1275. Das Haus ist 71,70 Meter lang und hat keinen Kirchturm, nur einen kleinen Dachreiter.
Du stehst vor einer sehr langen Kirche. Fällt dir auf, was fehlt? Sie hat keinen Turm. Die Mönche, die sie gebaut haben, waren Franziskaner. Sie wollten arm leben, und ein Turm kostet viel Geld. Deshalb gibt es nur ein kleines Türmchen auf dem Dach. Geh hinein und schau auf den Boden. Hier liegen über hundert Grabsteine. Begraben wurden hier die Professoren der Universität und die Offiziere der Stadt. An der Außenwand hängt der Grabstein eines Mannes, der 1518 bei Nacht einem Gesuchten aus Augsburg half. Er hieß Christoph Langenmantel.
Koordinaten: 48.765555555, 11.424444444 · auf der Karte