Sie stehen vor dem Neuen Schloss, einem der bedeutendsten Profanbauten des 15. Jahrhunderts in Bayern. Es heißt neu, weil es ein älteres gibt; das Alte Schloss, den Herzogskasten, sehen wir als nächstes. Am Anfang steht ein Mann, der zurückkam. Herzog Ludwig VII. von Bayern-Ingolstadt war der Bruder der französischen Königin Isabeau de Bavière und hatte mehr als zehn Jahre in Frankreich verbracht. Ludwig wollte etwas anderes. Um 1430 begann er mit dem Bau einer neuen Burg im Südosten der Stadt. Nur war der Bauplatz nicht frei. Der Bereich am heutigen Paradeplatz war zu diesem Zeitpunkt bereits bebautes Gebiet, und eine Urkunde aus dem Jahr 1429 belegt, dass der Herzog mehrere Bürgerhäuser in Vorbereitung seines Neubaus abreißen ließ. Auch das Alte Feldkirchner Tor, über das die Stadt von Osten zugänglich war, sollte in die neue Veste integriert werden. Dafür brauchte die Stadt Ersatz: 1434 ließ Ludwig etwas weiter nördlich ein neues Stadttor errichten, und erst danach wurde ihm das alte überlassen. 1450 starb die Linie Bayern-Ingolstadt aus und der Landesteil fiel an das Herzogtum Bayern-Landshut. Erst jetzt entstand das Schloss, das Sie vor sich haben. Unter Ludwig dem Reichen wurde um 1470 bis 1473 der Getreidespeicher auf der Nordseite errichtet, später Zeughaus, mit einem Rundturm an der Nordwestecke, der in den Bau einbezogen wurde. 1479, kurz nach dem Tod Ludwigs des Reichen, begann der Bau des Palas nach einem damals hochmodernen Konzept. In den 1490er Jahren ließ Herzog Georg der Reiche die Türme erhöhen. Schauen Sie sich die Anlage im Grundriss an, von außen ablesbar. Sie liegt am Rand der Stadtmauer und ist als Stadtburg konzipiert: der tiefe, breite Graben zur Stadt hin schützte nach außen und nach innen. Das ist der entscheidende Satz. Ein Herzog, der in seiner eigenen Residenzstadt einen Graben zur Stadt hin zieht, rechnet auch mit der Stadt. Fast alle Räume wurden in den 1480er Jahren gewölbt, und die herzoglichen Wohnräume sind noch gut ablesbar. Im Erdgeschoss stützen zwei Achtkantpfeiler das Netzrippengewölbe der Dürnitz. Im Schönen Saal entfalten sich die Rippen sternförmig aus einer einzigen Mittelsäule. Im 19. Jahrhundert wurden Trakte niedergelegt oder verändert, im Zweiten Weltkrieg wurde der Bau stark beschädigt und musste ein Notdach erhalten. Und nun schauen Sie auf das Portal. Nach dem Krieg wurde das Donautor abgebrochen, und Teile dieses Tores wurden an das Portal des Neuen Schlosses angefügt. Ein Stadttor, das nicht mehr steht, hängt heute an einem Schloss. Im Hof finden Sie den Nepomukbrunnen, der ursprünglich auf dem Platz zwischen Kaisheimer Haus und Franziskanerkirche stand. In den 1960er Jahren wurde umfassend restauriert, seit 1972 beherbergt das Schloss das Bayerische Armeemuseum.
Sie stehen vor dem Neuen Schloss, einem der bedeutendsten Profanbauten des 15. Jahrhunderts in Bayern. Die ältesten Teile gehören zur Stadtburg Herzog Ludwigs VII. aus den 1430er Jahren. Zwischen etwa 1470 und 1490 wurde es zur Residenz ausgebaut. Seit 1972 ist hier das Bayerische Armeemuseum.
Du stehst vor einem Schloss mit dicken Mauern und einem Graben. Ein Herzog hat es sich bauen lassen: Ludwig der Siebte. Er war lange in Frankreich gewesen und wollte etwas Schöneres als die alte Burg. Um 1430 fing er an. Dafür ließ er Häuser von Bürgern abreißen, weil ihm der Platz gefiel. Achte auf den Graben: Er liegt zur Stadt hin. Der Herzog wollte sich also auch vor seinen eigenen Leuten schützen. Heute ist im Schloss ein Museum über Soldaten und Waffen. Schau in den Hof: Dort steht ein Brunnen, der früher an einem anderen Platz stand.
Koordinaten: 48.764722222, 11.430555555 · auf der Karte