Stadtohr

Stadtrundgang Ingolstadt · Station 14 von 16

Deutsches Medizinhistorisches Museum

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Ausführlich

Sie stehen vor dem Deutschen Medizinhistorischen Museum. Es dokumentiert die Geschichte der Medizin von der Antike bis zur Gegenwart. Die Gründung regte der Arzt und Medizinhistoriker Heinz Goerke an, der das Museum zunächst auch leitete. Das Haus, in dem es seit 1973 steckt, ist selbst ein Exponat, und wir widmen ihm die nächste Station. Nur die Kurzfassung, weil sie erklärt, warum dieses Museum genau hier ist: der spätbarocke, schlossartige Bau wurde 1723 bis 1736 nach Plänen von Gabriel de Gabrieli von der medizinischen Fakultät der ehemaligen bayerischen Landesuniversität erbaut und bis 1800 als Universitätsinstitut genutzt. Nachdem die Universität nach Landshut verlegt worden war, diente das Gebäude, zu dem auch ein Medizinalgarten gehörte, unter anderem als Bauernhof. Das Museum ist also an den Ort zurückgekehrt, an dem die Sache stattfand. Gehen Sie die Ausstellung in dieser Reihenfolge durch. Im Obergeschoss der Alten Anatomie wird die Erforschung und Lehre der Heilkunde im 18. Jahrhundert erläutert. Exponate und Medienstationen veranschaulichen die diagnostischen und therapeutischen Verfahren, aber ausdrücklich auch die Möglichkeiten und Grenzen der Medizin in der damaligen Zeit. Dieses Wort Grenzen ist das ehrlichste in der ganzen Hausbeschreibung. Sehenswert am Gebäude selbst ist besonders der ehemalige Anatomiesaal mit seinem barocken Deckenfresko. Ein Raum ist einer Person gewidmet, die es nie gegeben hat. Victor Frankenstein studiert in Mary Shelleys Erzählung in Ingolstadt und erschafft hier seine menschenähnliche Kreatur. Eine Romanfigur mit Studienort, und der Studienort baut ihr ein Zimmer. Das ist weniger seltsam, als es klingt: eine Universität, die im 18. Jahrhundert ein eigenes Haus für Sektionen errichtete, war genau die Adresse, an der sich ein solcher Stoff ansiedeln ließ. Gehen Sie nach draußen in den Garten, das lohnt sich. Auf dem Gelände des früheren Botanischen Gartens der Universität werden in einer an barocken Vorbildern orientierten Anlage rund zweihundert Arzneipflanzen kultiviert, geordnet nach ihren Hauptinhaltsstoffen. Nicht nach Familien, nicht nach Blütenfarbe, sondern nach Wirkstoff. Der hintere Teil ist als Blindengarten konzipiert und mit Hochbeeten ausgestattet, damit man die Pflanzen erreichen und riechen kann. Der moderne Erweiterungsbau wurde 2016 nach Plänen des Architekten Volker Staab fertiggestellt; er sorgt für die barrierefreie Erschließung und beherbergt Foyer, Sonderausstellungsbereich, Seminarraum, Depot und Büros. Das Hauptgebäude wurde nach umfangreichen Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten im Oktober 2020 mit einer neu konzipierten Dauerausstellung wiedereröffnet. Dafür erhielt das Museum 2021 den Bayerischen Museumspreis.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Deutschen Medizinhistorischen Museum. Es dokumentiert die Geschichte der Medizin von der Antike bis zur Gegenwart und ist seit 1973 in der Alten Anatomie untergebracht. Angeregt hat die Gründung der Arzt und Medizinhistoriker Heinz Goerke, der das Haus auch zunächst leitete.

Für Kinder

Du stehst vor einem Museum, in dem es um die Geschichte der Medizin geht, also darum, wie Menschen früher krank wurden und wie man sie behandelt hat. Von der Antike bis heute. Im oberen Stock siehst du, was Ärzte vor dreihundert Jahren wussten und was sie noch nicht konnten. Ein Zimmer ist für eine Person aus einem Buch: Victor Frankenstein. In Mary Shelleys Geschichte studiert er genau hier in Ingolstadt und baut ein Wesen zusammen. Geh dann in den Garten. Dort wachsen etwa 200 Pflanzen, aus denen man Medizin macht. Welche riecht am stärksten?

Quellen

Koordinaten: 48.762536111, 11.419327777 · auf der Karte

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