Stadtohr

Stadtrundgang Ingolstadt · Station 13 von 16

Pfeifturm

· wachturm, türmer, brandwache, aussicht

Ausführlich

Sie stehen vor dem Pfeifturm, dem Turm, der Sie an der vorigen Station getäuscht haben soll. Er steht in der Moritzstraße, unmittelbar neben der Moritzkirche, und er gehört nicht zu ihr. Er ist ein gotischer Turm und diente als städtischer Wachturm. Die Kirche gehörte der Pfarrei, der Turm gehörte der Stadt. Das Gebäude ist 63 Meter hoch und stammt aus dem 14. Jahrhundert, erstmals erwähnt wird es 1497. Die Dachhaube, die Sie oben sehen, kam erst 1720 hinzu. Jetzt zum Namen, denn an ihm hängt ein Beruf. Der Name geht auf den Pfiff des Türmers zurück. Dieser Mann bewohnte den Pfeifturm, und seine Aufgabe war es, Brände und Gefahren im Stadtgebiet zu melden. Stellen Sie sich vor, was das heißt. Eine Altstadt aus Holz, Fachwerk und engen Gassen. Eine Feuerwehr, die niemand ruft, weil es kein Telefon gibt. Also setzt die Stadt einen Mann in einen Turm, dauerhaft, mit Wohnung, und sein Werkzeug ist ein Pfiff. Er sieht weiter als alle anderen, und solange er schweigt, ist alles in Ordnung. In derselben Stadt wurde in dieser Zeit ein Münster über hundert Jahre lang gebaut, ein Schloss errichtet, eine Universität eröffnet. Der Türmer stand die ganze Zeit oben und schaute. Das Amt des Türmers wurde in Ingolstadt am 1. März 1938 abgeschafft, nachdem in der Stadt Brandmelder eingeführt worden waren. Ein Datum für das Ende eines Berufs, der Jahrhunderte gehalten hat. Ersetzt wurde er nicht durch einen besseren Beobachter, sondern durch einen Draht. Hinauf können Sie heute selbst. Zweihundertundeine Stufe führt zur Aussichtsplattform auf fünfundvierzig Metern Höhe, die nach der umfangreichen Sanierung des Pfeifturms im Jahr 2006 zu besichtigen ist. Oben sind Sie also achtzehn Meter unter der Turmspitze und etwa fünfundzwanzig Meter unter dem Kirchenschiffdach der Moritzkirche, die mit knapp siebzig Metern zusammen mit dem Münster das höchste Gotteshaus der Stadt ist. Nehmen Sie sich oben die Zeit, nach Westen zu schauen. Dort liegt das Kreuztor, unser letzter Halt. Gehört wird der Turm übrigens noch. Die sogenannten Pfeifturmbläser, eine Bläsergruppe, spielen alle zwei Wochen auf dem Pfeifturm, und in der Silvesternacht blasen sie das neue Jahr ein. Der Pfiff ist weg, der Klang ist geblieben.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Pfeifturm in der Moritzstraße, einem gotischen Turm aus dem 14. Jahrhundert, der als städtischer Wachturm diente. Er ist 63 Meter hoch und wird 1497 erstmals erwähnt. Der Name kommt vom Pfiff des Türmers, der hier wohnte und Brände melden musste.

Für Kinder

Du stehst vor einem hohen Turm, 63 Meter. Er gehört nicht zur Kirche daneben, sondern der Stadt. Früher wohnte hier oben ein Mann, der Türmer. Seine Arbeit war: hinausschauen. Wenn irgendwo ein Feuer ausbrach, pfiff er ganz laut. Danach heißt der Turm Pfeifturm. Stell dir vor, du wohnst oben und musst immer aufpassen. 1938 war damit Schluss, weil es jetzt Feuermelder gab. Hinauf kannst du trotzdem: 201 Stufen bis zur Plattform. Alle zwei Wochen spielen oben Musiker mit Blasinstrumenten. Schaffst du 201 Stufen ohne Pause?

Quellen

Koordinaten: 48.7633, 11.4247 · auf der Karte

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