Stadtohr

Stadtrundgang Hof · Station 1 von 10

Kloster Hof

Ende 13. Jahrhundert · kloster, franziskaner, klarissen, reformation

Kloster Hof
Foto: PantheraLeo1359531, CC BY 4.0 · Wikimedia Commons

Ausführlich

Willkommen in Hof. Wir beginnen dort, wo die Stadt ihre Klöster hatte. Hof liegt an der Saale, im Nordosten Bayerns. Die Stadt besteht aus zwei Teilen. Um das Jahr 1230 wurde nördlich einer Bauernsiedlung eine neue Stadt mit Mauer und Toren angelegt, die Neustadt. Die ältere Bauernsiedlung vor den Toren nennt man Altstadt. Hier, im Westen des ummauerten Gebiets und unterhalb des ehemaligen Schlosses, standen zwei Klöster unmittelbar nebeneinander. Das Franziskanerkloster wird 1292 erstmals erwähnt, das Klarissenkloster wurde wahrscheinlich 1287 zum ersten Mal gegründet. Zur Jahreszahl gibt es deshalb zwei Angaben: Wikidata nennt 1300, andere Quellen nennen 1287 und 1292. Die Klosterkirche der Franziskaner wurde zwischen 1351 und 1376 erheblich erweitert, mit einem hohen gotischen Chor, einem Kreuzgang und einer Orgel. Sie war damit eine der ersten Kirchen in Franken mit einer Orgel. Nicht alle Geistlichen der Stadt freuten sich über die Franziskaner. Der Pfarrer Johannes von Schaphstete störte ihre Gottesdienste und beschimpfte sie als Ketzer. Das Kloster klagte, und 1322 erhielten die Franziskaner die uneingeschränkte Erlaubnis zur Seelsorge. Der Pfarrer wurde suspendiert. Am 25. Januar 1430 fielen die Hussiten in Hof ein und brannten das gesamte Kloster nieder. Die Ordensleute waren mit den wichtigsten Teilen des Klosterschatzes nach Eger geflohen, gut 50 Kilometer entfernt. Auch die Klarissen hatten sich dorthin in Sicherheit gebracht, schon 1425. Viele der Nonnen stammten aus dem Adel. 1375 übergab der Nürnberger Burggraf Friedrich V. seine Töchter Anna, Katharina und Agnes dem Kloster. Die damals neunjährige Katharina war schon sieben Jahre lang mit dem späteren Kaiser Sigismund verlobt gewesen, das Verlöbnis war aber aufgehoben worden. Seit etwa 1390 war sie Äbtissin. Die Reformation beendete beide Klöster. Das Franziskanerkloster wurde spätestens 1542 aufgehoben. Am 26. Februar 1543 schenkte Markgraf Albrecht von Brandenburg das Areal dem Rat der Stadt für eine Lateinschule. Die Klarissen überdauerten noch bis zum Tod der letzten Äbtissin, Amalie von Hirschberg, am 23. Mai 1564. Die Klosterkirche wurde evangelisch und 1545 als Trinitatiskirche neu geweiht. Nachdem Hof 1792 preußisch geworden war, verlor sie ihre Bestimmung. 1802 wurde sie entweiht und diente als Exerzierhalle, Militärmagazin, Scheune und Warenlager. 1821 richtete man im ehemaligen Chorraum das städtische Theater ein. Die Straße, an der der Eingang lag, heißt noch heute Theaterstraße. 1902 wurde die Kirche abgebrochen. Erhalten sind der Ostflügel und der halbe Nordflügel der Klosteranlage, seit 1854 um ein drittes Stockwerk erhöht, und das Sommerhaus, in dem der Kunst- und Musiksaal des Jean-Paul-Gymnasiums liegt.

Kurzfassung

Sie stehen dort, wo in Hof die Klöster standen. Ab dem Ende des 13. Jahrhunderts lagen hier das Franziskanerkloster und das Klarissenkloster nebeneinander. Heute befinden sich an dieser Stelle das Jean-Paul-Gymnasium und das Diakonische Werk.

Für Kinder

Du stehst dort, wo früher zwei Klöster direkt nebeneinander standen. In dem einen lebten Männer, in dem anderen Frauen. Die Kirche der Männer hatte schon früh eine Orgel. Das war in Franken etwas Besonderes. 1430 kamen die Hussiten nach Hof und brannten das Männerkloster nieder. Die Ordensleute waren aber rechtzeitig mit dem Klosterschatz nach Eger geflohen. Später wurde im Chor der Kirche ein Theater eingerichtet. Heute ist hier eine Schule. Wie wäre das, wenn dein Klassenzimmer früher ein Kloster gewesen wäre?

Quellen

Koordinaten: 50.3213, 11.915 · auf der Karte

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