Stadtohr

Stadtrundgang Hildesheim · Station 1 von 16

Hildesheimer Dom

900 · dom, bistum, weltkulturerbe, wiederaufbau

Eine große romanische Kirche aus hellbraunem Sandstein mit grün patinierten Kupferdächern. Rechts steht ein breiter, hoher Turm mit steilem Dach und Rundbogenfenstern. Das lange Schiff links trägt eine Reihe spitzer Giebel mit Spitzbogenfenstern. Aus dem Dach ragt ein kleiner Turm mit grüner Kuppel.
Foto: Roland Struwe, CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Was Sie vor sich sehen

Eine große romanische Kirche aus hellbraunem Sandstein mit grün patinierten Kupferdächern. Rechts steht ein breiter, hoher Turm mit steilem Dach und Rundbogenfenstern. Das lange Schiff links trägt eine Reihe spitzer Giebel mit Spitzbogenfenstern. Aus dem Dach ragt ein kleiner Turm mit grüner Kuppel.

Ausführlich

Willkommen in Hildesheim. Sie stehen vor dem Hildesheimer Dom, dem Mariendom, und hier beginnt unser Rundgang. Nach den Sachsenkriegen um 800 gründete Karl der Große in neu eroberten Gebieten Bistümer, um das Land unter Kontrolle zu bringen. Sein Sohn Ludwig der Fromme gründete 815 in Hildesheim einen Bischofssitz. Womöglich war zuerst Elze an der Leine als Bischofssitz vorgesehen. Der Sitz kam dann aber an die Innerste, die günstigere Lage gab wohl den Ausschlag. Ludwig stellte es unter den Schutz der Gottesmutter Maria, und der Dom heißt offiziell Hoher Dom St. Mariä Himmelfahrt. Zuerst entstand eine Marienkapelle, daneben ließ Bischof Gunthar eine Basilika mit zwei hohen Rundtürmen bauen. Den Mariendom errichtete Bischof Altfrid 872 auf dem Domhügel. Zur Jahreszahl gibt es zwei Angaben: Der erste Dombau entstand 872, Wikidata nennt 900. 1046 erlitt der Dom schwere Brandschäden. Bischof Azelin wollte weiter westlich einen größeren Neubau und ließ das Langhaus abtragen. Sein Nachfolger Hezilo gab den Plan auf und baute auf den alten Fundamenten wieder auf. Am 22. März 1945 wurde der Dom bei den Luftangriffen bis auf den Westbau, die südlichen Langhausarkaden und die Außenmauern völlig zerstört. Erhalten blieben die Krypta und die Laurentiuskapelle aus dem 11. Jahrhundert. Der Wiederaufbau von 1950 bis 1960 geschah mit einfachsten Mitteln. Weil Sandstein Mangelware war, wurde der Fußboden mit Marmor ausgelegt. Die Decken goss man aus Beton und verbretterte sie von innen, damit sie wie flache Balkendecken wirken. Schauen Sie hinauf zum Westbau. Man hatte ihn 1840 wegen Rissen im Mauerwerk durch eine neuromanische Doppelturmfront ersetzt. Beim Wiederaufbau trug man diese Türme ab und stellte den alten Zustand wieder her. Verzögert wurde alles durch den Hildesheimer Dombaustreit: Das Bistum und das Land Niedersachsen stritten um die Kosten. Es ging um die Frage, ob Niedersachsen Rechtsnachfolger Preußens sei, das 1803 die Dombaulast übernommen hatte. 1957 wurde der Streit durch einen Vergleich beigelegt. 1960 wurde der Dom neu geweiht. Von 2010 bis 2014 wurde er saniert, es war die größte Kirchenbaustelle in Deutschland. Der Fußboden kam auf das ursprüngliche Niveau zurück, und die Bernwardstür, ein Meisterwerk des Bronzegusses, das Bischof Bernward in Auftrag gab, hängt nun mit der Bildseite nach außen hinter einem Vorraum. Bei Grabungen fand man im August 2012 das Skelett einer um 800 gestorbenen jungen Frau, mit Glasperlen eines Halsschmucks und einem kleinen Messer.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Hildesheimer Dom, der Kathedrale des Bistums Hildesheim. Der erste Dombau entstand 872 auf dem Domhügel. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Dom fast völlig zerstört und 1960 neu geweiht. Seit 1985 gehört er zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Für Kinder

Du stehst vor dem Dom von Hildesheim. Der erste Dom wurde 872 gebaut, das ist mehr als tausend Jahre her. Aber was du siehst, ist nicht mehr der erste. Im Zweiten Weltkrieg haben Bomben den Dom fast ganz zerstört. Nur die Außenmauern, der Westbau und die Krypta darunter blieben stehen. Danach haben die Menschen ihn zehn Jahre lang wieder aufgebaut, mit einfachen Mitteln. Weil Sandstein knapp war, bekam der Boden Marmor. 1960 wurde der Dom neu geweiht. Das gab es bei keinem anderen Dom in Deutschland. Wie würdest du einen Dom bauen?

Quellen

Koordinaten: 52.148889, 9.947222 · auf der Karte

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