Stadtohr

Stadtrundgang Heilbronn · Station 14 von 16

Deutschordenskommende Heilbronn

1225 · deutscher orden, kirche, reformation, barock

Ausführlich

Sie stehen am Deutschordensmünster St. Peter und Paul im Deutschhof, einer katholischen Kirche, die der Deutsche Orden erbaute. Die Kommende Heilbronn wurde allem Anschein nach in den 1220er Jahren gegründet. Die erste Ordenskirche entstand wohl von 1225 bis 1235 aus Sandstein, der Heiligen Maria geweiht. Der spätromanische Turmchor im Untergeschoss des Chorturms gehört dazu. In ihm steht ein romanischer Sarkophagaltar aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Weil die Marienkapelle zur Wallfahrtskirche wurde, baute man von 1340 bis 1360 gotisch an, eine dreischiffige Pfeilerhalle. Von 1490 bis 1510 wurde die Kirche noch einmal erweitert, acht große gotische Fenster wurden eingesetzt. Kirchweihtag war der 25. April 1510. Seitdem hieß sie Kirche zu unser Lieben Frau, später einfach Frauenkirche. Dann kam 1530 die Reformation: Rat und Bürgerschaft bekannten sich zur Augsburger Konfession, die Stadt wurde protestantisch. Die Kirche des Deutschhofs galt nun als Zufluchtsort und Mutterkirche der Heilbronner Katholiken. Der Rat ließ das Hauptportal mit Ketten verriegeln, also schlichen die Katholiken durch ein Seitenportal vom Deutschordensfriedhof in die Kirche. Es heißt seitdem Schleichportal. Um 1602 entstand ein Renaissancegang, der den Zugang vom heutigen Pfarrhaus in die Kirche schuf. Um 1720 wurde die Kirche barock umgestaltet, auf Betreiben des Komturs Georg Adam von Speth und nach Plänen des Baumeisters Franz Keller. Der Stuckateur Franz Joseph Roth schuf die vier großen Stuckfiguren der Kirchenväter Augustinus, Ambrosius, Gregor und Hieronymus. Für die Ausmalung gewann man den italienischen Maler Luca Antonio Colomba, ihm wurden 1200 Gulden gezahlt, die Arbeit begann im Sommer 1722. 1968 brach man die spätgotische Speydelsche Kapelle zugunsten einer modernen Sakristei ab. Bei Renovierungsarbeiten 1994/95 fand man Fundamentreste, die noch älter sind als die heutige Bausubstanz. Sie blieben undatiert, ihr Ursprung bleibt offen.

Kurzfassung

Sie stehen am Deutschordensmünster St. Peter und Paul im Deutschhof. Die katholische Kirche wurde vom Deutschen Orden erbaut. Die erste Ordenskirche entstand wohl 1225 bis 1235, die heutige barocke Gestalt geht auf einen Umbau um 1720 zurück.

Für Kinder

Das ist eine Kirche des Deutschen Ordens. Sie wurde um 1225 begonnen und im Lauf der Jahrhunderte immer wieder umgebaut. Nach der Reformation wurde die Stadt evangelisch. Der Stadtrat ließ das Hauptportal der Kirche mit Ketten verriegeln. Die Katholiken schlichen darum durch eine Seitentür hinein. Sie heißt noch heute Schleichportal. Um 1720 wurde die Kirche barock umgebaut und innen bemalt. Wie würdest du dich fühlen, wenn du heimlich in die Kirche schleichen müsstest?

Quellen

Koordinaten: 49.1414, 9.2175 · auf der Karte

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