Sie stehen im Deutschhof, einem innerstädtischen Quartier, das auf die um 1225 gegründete Heilbronner Kommende des Deutschen Ordens zurückgeht. Der Orden war 1198 gegründet worden, und die Zahl der Kommenden erreichte von 1219 bis 1222 ihren Höhepunkt. Wie die Kommende in Heilbronn entstand, liegt im Dunkeln, denn im Bauernkrieg gingen zahlreiche Dokumente verloren. Sicher ist nur, dass es in den 1220er Jahren geschah. Nach einem Anniversar kommen Ulrich II. von Dürn und seine Mutter Luitgard als Stifter in Frage. Die ältere Forschung sah in dem Stiftungsgut Teile des fränkischen Königshofs. Heute gilt es als erwiesen, dass der Königshof woanders lag, im Bereich Kaiserstraße, Gerberstraße und Untere Neckarstraße. Nach Alois Seiler kommt auch das Bistum Würzburg als Stifter in Betracht. Eine Quelle sagt es offen: Wie die Herren von Dürn an das Gelände kamen, ist unklar. 1268 wird erstmals ein Komtur in Heilbronn erwähnt, 1279 die Kommende selbst. Zum Besitz zählten ausgedehnte Ländereien, der größte Teil auf dem Gebiet des Nachbarorts Sontheim. Orden und Stadt waren getrennte Herrschaftsgebiete, auch wenn der Deutschhof innerhalb der Stadtmauern lag. Das führte zu Streit, etwa als 1333 ein Neckarhochwasser den Lauf des Flusses über Wiesen des Ordens änderte und zum Neckarprivileg führte. Hohe Gäste waren König Ruprecht 1401 und König Sigismund 1414, 1495 Maximilian I. Im 16. Jahrhundert wurde der Deutschhof im Stil der Renaissance erneuert. Damals entstanden der Kleine Deutschhof mit Komtureigebäude von 1512, Staffelgiebelhaus von 1546/50 und Ritterherberge von 1566. 1525 plünderten aufständische Bauern den Deutschhof und warfen die Unterlagen der Ordensverwaltung in den Kirchbrunnenbach, um sich ihrer Verpflichtungen zu entledigen. Der Komtur bezifferte den Schaden auf 20.653 Gulden. 1530 wurde die Stadt protestantisch, der Orden blieb katholisch. 1633 schlossen die Schweden im Deutschhof den Heilbronner Bund. 1806 kam die Anlage an Württemberg, war Kaserne, dann Amts- und Gerichtssitz. Am 4. Dezember 1944 wurde sie weitgehend zerstört. Der Wiederaufbau in mehreren Abschnitten von 1958 bis 1977 folgt ungefähr der historischen Gestalt.
Sie stehen im Deutschhof, einem innerstädtischen Quartier, das auf die um 1225 gegründete Kommende des Deutschen Ordens zurückgeht. Am 4. Dezember 1944 wurde es weitgehend zerstört und von 1958 bis 1977 wiederaufgebaut. Heute sitzen hier Museen, das Stadtarchiv und die Volkshochschule.
Der Deutschhof ist ein Viertel mitten in der Stadt. Vor etwa 800 Jahren, um 1225, gründete hier der Deutsche Orden eine Niederlassung. Die Ritter hatten ihr eigenes Gebiet innerhalb der Stadtmauern, und die Stadt hatte ihres. Darüber stritt man oft. 1525 kamen aufständische Bauern und warfen die Papiere der Ordensverwaltung in einen Bach. Im Krieg, am 4. Dezember 1944, wurde der Deutschhof fast ganz zerstört. Heute sind hier Museen, das Stadtarchiv und die Volkshochschule. Was würdest du im Museum anschauen?
Koordinaten: 49.1408, 9.21778 · auf der Karte